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Wietze Erich Müller aus Wieckenberg sammelt Rennräder aus verschiedenen Jahrzehnten
Celler Land Wietze Erich Müller aus Wieckenberg sammelt Rennräder aus verschiedenen Jahrzehnten
16:40 15.09.2017
Quelle: Lothar H. Bluhm
Wieckenberg

Schon in seiner Jugend fuhr der heute 53-jährige Gärtnermeister viel mit dem Rennrad. „Ich würde mich als Hobbyrennfahrer bezeichnen“, sagt er und rechnet vor, dass er damals im Jahr rund 10.000 Kilometer auf seinem Rennrad saß – täglich mindestens eine Stunde. „Ich war aber nie in einem echten Rennfahrerteam.“ Dennoch sei er mit vielen Lizenzfahrern gefahren, kann also einschätzen, was es heißt, richtig Rennen zu machen – Stürze inklusive.

Nachdem Müller mal ein komplett funktionsfähiges Dürkopp-Sportrad aus dem Sperrmüll gezogen hat, ist seine Sammelleidenschaft für Räder entbrannt. Zwar sei das ein Sportrad gewesen, aber seine Vorliebe gegenüber Rennrädern entwickelte sich immer stärker.

Schon als kleiner Bub habe er Freude am Sammeln gehabt: Comics, Modellbau. Seit zwölf Jahren hat er sich auf seinen Fundus von 50 Rädern konzentriert. „Mein Ziel ist, die Räder fahrbereit zu machen und sie in einem guten Zustand zu erhalten. Möglichst im Original.“ So könne er dann die einzelnen Epochen der Entwicklung der Rennräder darstellen. Felgen Naben, Pedale, Klingeln, Bremsen, Schaltungen, Ketten – alles muss im Original sein. „Die Originale sind schwer zu bekommen“, stellt Müller immer wieder fest. Es sei mühsam.

Darum hat er sich dem 1997 gegründeten Verein Historische Fahrräder in Markranstädt angeschlossen. „Das Hauptanliegen war und ist, für die zahlreichen Interessierten eine Anlaufstelle zu schaffen und den Mitgliedern Kontakte zu anderen Sammlern zu ermöglichen“, heißt es in der Vereinssatzung. Das Netzwerk umfasst inzwischen über 600 Mitglieder in 16 Ländern weltweit.

Sein ältestes Rennrad ist ein schwarzes englisches Modell der Firma Elvish von 1897. Daneben stehen Räder von Automoto, Alcyon und Peugeot. Interessant: Das erste Alurad von 1936 mit achteckigem Rahmen von der französischen Firma Caminade & Cie aus Bois-Colombes. Oder die Zweigang-Schaltung durch einfaches Wenden des Hinterrades mit Wechselnaben für flache und bergige Strecken. „Nichts ist einheitlich: Es gibt unterschiedliche Gewindearten, italienisch, französisch, Links- oder Rechtsgewinde“, beschreibt Müller die Herausforderungen an Original-Ersatzteile.

„Man ist von Anfang an dabei, vom ersten Teil an. Und wenn man dann endlich alles zusammen hat, trennt man sich nicht davon“, fällt es Müller schwer, seine Sammlung zu reduzieren. Vielmehr denkt er daran, kleine Ausstellungen zu organisieren oder einzelne Exponate zur Verfügung zu stellen. „Das Schlossfest in Celle wäre solch ein Event gewesen.“

Von Lothar H. Bluhm