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Wietze Feuerteufel hält Wietze in Atem
Celler Land Wietze Feuerteufel hält Wietze in Atem
18:09 24.08.2010
Dieser Audi brannte in Wietze aus. Quelle: Fremdfotos / Texte Eingesandt
Wietze

Die Nienburger Straße in Wietze in der Nacht zu Sonntag: In der Dunkelheit ist der brennende Audi bereits aus der Ferne zu sehen. Feuerwehrleute, die eben noch das 100-jährige Bestehen ihrer Wehr gefeiert haben, machen sich auf den Weg zum Einsatzort. Mit Schaum und Wasser löschen sie die Flammen – am Wagen entsteht Totalschaden. Es ist bereits der sechste Wagen, der in diesem Jahr in Wietze in Flammen steht.

„Die Kameraden sind angespannt“, sagt Heiko Thies, stellvertretender Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr in Wietze. Am Sonntag war es der Audi, der gelöscht werden musste. Eine Woche zuvor standen bereits ein Renault Master und ein Fiat Stilo in Flammen. Derzeit geht die Polizei in allen Fällen von Brandstiftung aus: „Wir konnten Spuren bei den Bränden sichern“, sagt Polizeisprecher Christian Riebandt. „Wir erhoffen uns davon jetzt Hinweise auf den Täter.“ Zur Vorgehensweise des Feuerteufels will die Polizei aus ermittlungstechnischen Gründen nichts sagen. Auch wolle man keine Nachahmer provozieren.

Die Brände sind die Fortsetzung einer Serie, die bereits Ende Juli vergangenen Jahres begann. Auch in diesem Jahr hat der Feuerteufel bereits zugeschlagen: Ende Mai brannte ein Opel Movano aus, eine Woche später standen ein VW Polo und ein Skoda Octavia in Flammen. Dann kehrte für rund zwei Monate Ruhe ein – bis vor knapp anderthalb Wochen.

Nach Angaben von Thies entstehen die Brände immer im Motorraum, vorzugsweise im Bereich der Kotflügel: „Dort ist der Lack teilweise bis auf das Blech weggebrannt“, so der Brandmeister. Betroffen seien Fahrzeuge, die frei zugänglich am Straßenrand oder in Einfahrten stehen. Die Brände würden sich dabei auf den westlichen Teil von Wietze konzentrieren und in den meisten Fällen in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag zwischen 23 und 3 Uhr auftreten. Unter den ausgebrannten Fahrzeugen seien meist weniger hochwertige Autos.

Die Bürger in Wietze sind aufgrund der Serie von Bränden beunruhigt. „Bekannte parken ihr Auto nur noch in der Garage“, sagt Thies. Einige hätten Angst, dass ihr Wagen als nächster in Flammen stehe. „Ich würde kein Auto mehr draußen stehen lassen“, sagte eine Anwohnerin bereits im Juni gegenüber der CZ. Auch Bürgermeister Wolfgang Klußmann macht sich Gedanken: „Von Zufall kann man da auch nicht mehr sprechen. Es wäre begrüßenswert, wenn der Täter bald geschnappt wird.“

Polizei bittet um Hinweise: Zeugen, die Hinweise zum Feuer am Sonntag geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei Hambühren unter (05084) zu melden.

Von Christian Uthoff