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Wietze Giftmülldeponie im Wietzer Ölschacht ohne Überwachung
Celler Land Wietze Giftmülldeponie im Wietzer Ölschacht ohne Überwachung
15:53 04.02.2015
Wietze

Danach wurden etwa 910 Kubikmeter ölhaltige Wässer, circa 11.500 Kubikmeter Lagerstättenwasser aus niedersächsischen Erdgasfeldern und 77.300 Kubikmeter salzhaltiges Überstandswasser aus der zentralen Wietzer Bohrschlammdeponie in den 1963 stillgelegten Ölschacht gepumpt. Das Lagerstättenwasser „besteht aus Wasser, gelösten Salzen und Kohlenwasserstoffen, kann aber auch Schwermetalle enthalten“, schreibt das LBEG. Auch das sogenannte Überstandswasser aus Bohrschlammdeponien sei salzhaltig und könne geringe Mengen an Kohlenwasserstoffen enthalten.

Ob von der Deponie in rund 250 Meter Tiefe eine akute Umweltgefahr ausgeht, lässt das Landesamt offen. Die Behörde räumt allerdings ein, dass das ehemalige Erdölbergwerk und seine Inhaltsstoffe aus Bohrschlammgruben „nicht überwacht“ werden. Die Schachtanlage, die von 1918 bis 1963 in Betrieb war, unterliegt auch nicht mehr der Aufsicht durch die Bergbehörden.

Das Verklappen der Abwässer war 1982 vom damaligen Bergamt Celle geprüft und genehmigt worden. Auf Betreiben der Forstgenossenschaft Jeversen hatte das Oberlandesgericht Celle die Einleitung der flüssigen Abfälle Ende der neunziger Jahre untersagt, weil eine Umweltgefährdung nicht auszuschließen sei. Nachdem diese Entscheidung zum Teil mithilfe der Polizei durchgesetzt worden war, entfernte die RWE Dea AG in der Zeit von 2001 bis 2005 die beiden Einfüllstutzen, die für das Verfüllen des Bergwerkes genutzt worden waren.

Das LBEG weist in seiner Antwort ausführlich darauf hin, dass eine Nutzung des Grundwassers aus dem Umfeld des Erdölbergwerkes Wietze „auf die oberen Zehner Meter des Hauptgrundwasserleiters beschränkt“ ist. Die tieferen Bereiche seien für eine Nutzung etwa als Trinkwasser oder für die Feldberegnung ausgeschlossen, weil vom Salzstock Wietze-Hambühren eine „natürliche Versalzung“ ausgehe.

Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann nahm die Stellungnahme des LBEG jetzt zum Anlass, die Umweltbehörden aufzufordern, bei der angekündigten Analyse der oberirdischen Bohrschlammdeponien die Überwachung der Wietzer Untertagedeponie nicht länger zu vernachlässigen. Die Bürger hätten ein Anrecht darauf, präzise zu erfahren, ob und welche Gefahren heute vom Wietzer Ölschacht ausgehen, sagte der Wietzer Verwaltungschef.

Von Klaus von der Brelie