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Wietze Grotelüschen: „Angst und Schrecken“
Celler Land Wietze Grotelüschen: „Angst und Schrecken“
17:21 08.08.2010
Von Simon Ziegler
Wietze

„Der Brandanschlag in Sprötze sorgt für Angst und Schrecken“, sagte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Astrid Grotelüschen Ende der vergangenen Woche am Rande einer Veranstaltung zur Flurbereinigung in Adelheidsdorf. „Überall, wo ich hinkomme, gibt es Anfragen zu diesem Thema. Es wäre im Nachgang fatal, wenn sich Landwirte jetzt davon abhalten lassen würden, Mastställe zu errichten“, sagte die Ministerin, die früher selbst im Putenmastbetrieb ihrer Familie gearbeitet hat, mit Blick auf den geplanten Rothkötter-Schlachthof in der Gemeinde Wietze.

Erwiesen sei, dass es sich in Sprötze um einen Brandanschlag gehandelt habe. „Es ist ganz wichtig, dass die Brandstifter identifiziert werden. So etwas darf nicht passieren. Das ist im höchsten Maße ungesetzlich“, so Grotelüschen gegenüber der Celleschen Zeitung. Für Hinweise zu der Tat hat die Polizei inzwischen eine Belohnung von 21000 Euro ausgesetzt. An der Summe beteiligen sich auch das niedersächsische Landvolk, der Kreisverband Lüneburger Heide und der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft. Im Verdacht stehen radikale Tierschützer.

Grotelüschen sagte zudem, dass der betroffene Landwirt nicht ausreichend versichert gewesen sei und deshalb vor den Trümmern seiner Existenz stehe. Ein Stall für 40000 Hähnchen kostet rund eine halbe Million Euro.

Celles Kreislandwirt Jürgen Mente appellierte vor diesem Hintergrund an die Bauern, frühzeitig an Versicherungen zu denken. „Egal, ob es sich um die Biogas-Branche oder Mastställe handelt: Wenn man heute so viel Geld in die Hand nimmt, muss man sich versichern“, sagte Mente. Je nach Größe einer Anlage würden bis zu 8000 Euro im Jahr für eine Feuerversicherung gezahlt, so der Kreislandwirt. Dies sei quasi Pflicht, da die Banken dies verlangten. Dazu haben Bauern die Möglichkeit, eine Ertragsausfallversicherung abzuschließen. Dies sei laut Mente insbesondere bei Mastanlagen ratsam, weil es vorkomme, dass eine Seuche einen Stall heimsuche.

Mente indes glaubt nicht, dass sich Bauern, die in die Masthaltung einsteigen wollen, durch den Anschlag abschrecken lassen. Auch wenn die Firma Rothkötter Probleme zu haben scheint, genügend Landwirte als Partner für den Schlachthof in Wietze zu finden, habe der Investor „aufs richtige Pferd gesetzt. Das sind Anlaufschwierigkeiten. Der Markt geht eindeutig Richtung Weißfleisch“.