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Wietze Gutes Gespür fürs Wienerische: Luiza Borac zu Gast in Wieckenberg
Celler Land Wietze Gutes Gespür fürs Wienerische: Luiza Borac zu Gast in Wieckenberg
12:50 19.06.2018
Luiza Borac war mit einem ungewöhnlichen Programm von Verdi bis Wagner im Büchtmannshof zu erleben. Quelle: David Borghoff
Wieckenberg

Da kann das eigentlich so schlüssige Konzept ungezwungener Konzerte nach dem Kaffeetrinken noch so überzeugend sein, in dieser, zur Zeit der Planung nicht absehbaren Konstellation hat man als Konzertveranstalter schlechte Karten. Dementsprechend hielt sich der Zuspruch in sehr überschaubaren Grenzen, was schon deshalb bedauerlich war, weil die im Büchtmannshof gastierende Luiza Borac ein sehr hörenswertes Konzert gab, das viel mehr Zuhörer verdient hätte.

Borac spielte ein rein Wiener Programm, das mit Mozarts spätestem Klavierwerk begann und bis zu Wiener Weisen des beginnenden 20. Jahrhundert ging. Sehr abwechslungsreich war diese Zusammenstellung, und in sich sehr schlüssig.

Die erstaunlicherweise wenig bekannte Pianistin aus Rumänien hat ein ausgesprochen gutes Gespür für das Wienerische des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie ließ einem ganzen Kaleidoskop von deutschen Tänzen von Franz Schubert ihre Fähigkeit zum entspannten Pointieren zukommen. Da wurde jedes Kleinod ausgelotet, ohne dabei überspannt zu wirken, auf den Punkt gebracht, ohne dabei angestrengt zu wirken. Immer blieb das so ausdrücklich wenig Zielgerichtete dieser Musik spürbar, ihr Schlendern, ihre Beschaulichkeit. Danach gab es drei Schubert-Lieder in kongenialen Bearbeitungen von Franz Liszt, bei denen Borac erstmals ihre Virtuosität demonstrieren konnte. Mit Leopold Godowskys Alt-Wien, einer Art Wiener Lied als Klavierpreziose, bestätigte sie dann, dass ihr die Melancholie der Wiener Lebensart sehr liegt, sie diese wunderbar vermitteln kann, ohne ins Übertriebene abzurutschen. Bei Fritz Kreislers „Liebesfreud“ in einer virtuosen Klavierbearbeitung durch Rachmaninoff konnte sie ihre technische Überlegenheit demonstrieren. Dass die Fassung Rachmaninoffs vielleicht ein wenig oberflächlich virtuos war, war insofern schade, als es bessere Arrangements dieses Stücks gibt.

Zum Schluss gab es die große Walzerfolge aus Johann Straußens „Zigeunerbaron“ zum Genießen, auch als Schatz-Walzer bekannt. Nicht nur dass die Dohnanyi-Bearbeitung wunderbar gelungen ist, auch Boracs untrügliches Gespür für das richtige Tempo, atmend-natürliche Phrasierung, Zuspitzung und Lässigkeit faszinierten sehr.

Von Reinald Hanke

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