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Wietze Jugendlich frische Wellness-Musik im Stechinelli-Carré
Celler Land Wietze Jugendlich frische Wellness-Musik im Stechinelli-Carré
13:16 24.07.2014
Sie begeisterten - das Publikum: - Oscar Poncell, - Sarah Mertins, Simon Hudson - und Anita Quayle (von links). Quelle: Alex Sorokin
Wieckenberg

Im Vorprogramm dieser von „Songs & Whispers“ organisierten Veranstaltung hatte bereits Sarah Mertins aus dem benachbarten Ovelgönne die Stimmung angeheizt. Mit ihrer frischen sympathischen Art gewann die in der hiesigen Jazzformation „Chameleon“ groß gewordene Sängerin auch hier schnell die Herzen des Publikums, als sie mit Songs wie „The story of us“ und „Dance in the rain“ dafür plädierte, dem Leben die guten Seiten abzugewinnen.

Spürbar relaxed gaben sich daraufhin die bestens auf unbeschwerten Konzertgenuss eingestimmten Zuhörer nach der Pause der Musik der australischen Gäste hin. Mit seiner reduzierten Folk-Ästhetik und seinem sanft gehauchten, von pointierten dynamischen Steigerungen durchzogenen Gesang vermochte Simon Hudson das Publikum von Beginn an zu fesseln. Und seine Bandkollegen Anita Quayle (Violoncello) und Oscar Poncell (Gitarren) kolorierten die ungemein ohrenfreundlichen Liedvorträge mit ihren sorgfältig gestalteten Melodiebögen und sonoren Basslinien zusätzlich mit warmen Farbtupfern. Nicht vordergründig plakativ oder oberflächlich aufgesetzt, sondern fein versteckt aus der Musik selbst sprach ihre Emotionalität: Die Band trat mit ihren zurückhaltenden Songs nicht die sprichwörtlichen Türen ein, sondern nahm das Publikum zwischen „Time and Space“ und „New Horizons“ mit in ein traumversunkenes, romantisches, mit tröstlicher Lyrik geschmücktes Universum.

Von der Reduktion ihrer vergleichsweise diskreten und dezidierten Folk-Pop-Musik profitierte sowohl die Freude am Detail als auch ihre jugendlich frische Fern-dieser-Welt-Atmosphäre. Vom zärtlich flüsternden Dialog über tänzerische Eleganz bis zu rhythmisch-dynamischer, aber niemals ausufernder Expressivität zeigten die Musiker dabei ein enormes Maß an emotionaler Intensität und musikantischer Kreativität, changierend zwischen leidenschaftlicher Gestaltung und verträumter Melancholie, dabei immer mit spürbarer Seelenregung und Empfindungstiefe. Einfach schön.

Von Rolf-Dieter Diehl