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Wietze Keine Anhebung der Altersgrenze
Celler Land Wietze Keine Anhebung der Altersgrenze
12:49 25.03.2012
Von Simon Ziegler
Regierungsbrandmeister Uwe Schulz, Kreisbrandmeister Dirk Heindorff, Helmut Tˆteberg, Ulrich Persuhn, Gerd Bakeberg (von links) Quelle: Simon Ziegler
Wietze

Weil der demografische Wandel bei den Feuerwehren immer stärker zu spüren ist, wird in Niedersachsen über eine Neufassung des Brandschutzgesetzes diskutiert. Gerd Bakeberg, Vorsitzender des Celler Kreisverbandes, sagte während der Verbandstagung am Freitag, dass in Celle 2011 bei den Aktiven ein Rückgang von zwei Prozent verzeichnet wurde. Ohne die übernommenen Mitglieder aus den Jugendwehren liege das Minus sogar bei vier Prozent.

In der Diskussion über das neue Gesetz geht es um die Frage, ob die Dienstaltersgrenze aktiver Brandbekämpfer angehoben werden soll. Derzeit liegt sie bei 62 Jahren. Immer mehr Wehren haben Schwierigkeiten, vor allem Führungspositionen zu besetzen. Würde man Feuerwehrleuten ermöglichen, länger im Dienst zu bleiben, würde man das Problem abfedern, so das Kalkül. Dennoch hat sich der Celler Kreisverband gegen die Anhebung ausgesprochen. Das liegt wohl daran, dass der demografische Wandel im Kreis Celle zwar spürbar ist, weitere Schritte aber derzeit noch nicht notwendig erscheinen.

Diskutiert wurde zudem über die Frage, ob Kreisbrand- und Gemeindebrandmeister künftig hauptamtlich bestimmt werden können, wenn sich kein Freiwilliger findet. Die Kommune würde dann eine entsprechende Stelle ausschreiben. Dieser Antrag wurde am Freitag aber mit großer Mehrheit abgelehnt. So kritisierte Volker Prüsse aus Hermannsburg, "dass uns die Pistole auf die Brust gesetzt wird". Hintergrund der Kritik, die auch von Bakeberg vorgetragen wurde, ist ein vom Land Niedersachsen vorgegebener Zeitplan, der den Feuerwehren kaum Zeit lässt, vernünftig über den Gesetzesentwurf zu diskutieren. Der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Adasch sagte zu, er werde die Kritik an den zuständigen Innenausschuss des Landtages, dem er angehört, weitergeben.

Personell wird der Verband auch in den kommenden Jahren von der Doppelspitze Bakeberg-Heindorff geführt. Während der Verbandsvorsitzende in geheimer Abstimmung einstimmig wiedergewählt wurde, musste sein Vize Dirk Heindorff 15 Gegenstimmen und acht Enthaltungen registrieren. Bakeberg ließ offen, ob er volle vier Jahre weitermacht. Man werde Ausschau nach einen Nachfolger halten, sagte er. Das vergangene Einsatzjahr war für die Wehren im normalen Bereich, berichtete Heindorff. Insgesamt seien die Brandbekämpfer zu 1043 Einsätzen gerufen worden.

Unterdessen hat die Feuerwehrversammlung Geld für den querschnittsgelähmten Kameraden Torben Kroll aus Sülze gesammelt. Delegierte und Gäste spendeten fast 600 Euro, das Geld soll für den nötigen Umbau seines Autos verwendet werden, hieß es in Wietze. Anfang März hatte die Freiwillige Feuerwehr Sülze ein Benefizkonzert für Kroll auf die Beine gestellt. Derzeit laufen noch weitere Spendenaktionen. Sein Vater Frank Kroll bedankte sich am Freitag in Wietze für die Unterstützung.