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Wietze Lohndumping: BI Wietze begrüßt Initiative der Regierung
Celler Land Wietze Lohndumping: BI Wietze begrüßt Initiative der Regierung
17:28 23.04.2013
Von Simon Ziegler
Wietze

Der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hatte angekündigt, sich gegen Lohndumping in industriellen Schlachthöfen stark zu machen. Besonders in der niedersächsischen Fleischindustrie würden Werkverträge mit Subunternehmern missbraucht, um osteuropäische Arbeiter mit Dumpinglöhnen abzuspeisen. „Das ist ein Thema, wo wir in Niedersachsen inzwischen zu einem Niedriglohn- und Billigland in Europa geworden sind“, sagte der SPD-Politiker.

Am 3. Mai will Niedersachsen gemeinsam mit anderen Bundesländern eine Initiative mit dem Titel „Gute Arbeit“ in den Bundesrat einbringen. Darin wird unter anderem ein flächendeckender Mindestlohn von 8,50 Euro sowie die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen gefordert.

Kritik an den Schlachthof-Bedingungen in Niedersachsen kommt auch aus Belgien. Die dortige Regierung hat sich bei der EU-Kommission über deutsches Lohndumping und unfaire Konkurrenz deutscher Schlachthöfe beschwert. Die BI Wietze kritisiert: "Es ist für belgische Unternehmen billiger, Tiere zur Verarbeitung nach Deutschland zu bringen, um sie hier zu Dumpinglöhnen schlachten zu lassen. Anschließend wird das Fleisch wieder nach Belgien zur Endverarbeitung transportiert."

Der Rothkötter-Konzern hat unterdessen gegenüber der CZ erklärt, dass in Wietze den festangestellten Schlachthof-Mitarbeitern mehr Geld bezahlt wird als die von der SPD geforderten 8,50 Euro. "Die festangestellten Mitarbeiter in der Produktion erhalten zum Einstieg einen Stundenlohn in Höhe von 9,50 Euro, der sich nach Beendigung der sechsmonatigen Probezeit auf 10,88 Euro erhöht", sagte gestern eine Sprecherin. Leiharbeiter erhielten im Wietzer Schlachthof 8,50 Euro pro Stunde.

Bei Celler Land Frischgeflügel arbeiten derzeit nach Unternehmensangaben rund 700 sozialversicherungspflichtig angestellte Mitarbeiter. Dazu kommen etwa 120 Leiharbeiter. Mit Subunternehmern arbeite der Konzern im Bereich der Geflügelfleischproduktion nicht zusammen. Lediglich für die Reinigung sei ein Subunternehmen verantwortlich. "Auch dort ist eine Entlohnung entsprechend dem für die Branche vereinbarten Mindestlohn gewährleistet", sagte die Sprecherin.