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Wietze Michael-Kirche mit "neuer Orgel"
Celler Land Wietze Michael-Kirche mit "neuer Orgel"
17:38 10.04.2013
Von Simon Ziegler
Orgelbauer Andy Köhler legt letzte Hand an die gebrauchte Orgel, - die ab Sonntag in der Michael-Kirche in Wietze ertönen wird. Quelle: Lothar H. Bluhm
Wietze

Erst wurde die Stechinelli-Kapelle in Wieckenberg eingeweiht, an diesem Sonntag folgt die Michael-Kirche in Wietze: Die evangelische Kirche in Wietze feiert am Sonntag die zweite Einweihung eines sanierten Gotteshauses innerhalb weniger Wochen. Der Umbau der Kirche – das Gemeindehaus wurde in das Schiff der Kirche integriert – ist in dieser Form einzigartig und gilt als Pilotprojekt innerhalb der Landeskirche. Fast 900.000 Euro wurden aufgebracht, um das „Haus in der Kirche“ zu errichten. In dem Gemeindehaus wird künftig das komplette Gemeindeleben stattfinden. Dort werden sich Arbeits- und Gesprächskreise sowie Musikchöre treffen, auch Frauenfrühstücke sind in den Räumen geplant.

Für Sonntag hat sich mit Arend de Vries, Vizepräsident des Landeskirchenamtes in Hannover, einer der höchsten Geistlichen der Landeskirche angekündigt. Er wird im Beisein von Superintendent Hans-Georg Sundermann die Einweihung vornehmen, den Gottesdienst leitet Pastorin Angelika Überrück.

Der Kirchengemeinde ist es zudem gelungen, für die sanierte Kirche eine „neue“ Orgel zu gewinnen. Dabei handelt es sich um eine gebrauchte Orgel aus Hannoversch Münden, ein zweimanualiges Musikinstrument mit 18 Registern. „Das ist ein Quantensprung für die Kirche“, sagt Pastor Reinhard Überrück. Die alte Orgel habe lediglich sieben Register gehabt und sei einst als Provisorium angeschafft worden, da sie für die Wietzer Kirche eigentlich zu klein war.

Die Orgel, die wegen einer Kirchenschließung in Hannoversch Münden nicht mehr gebraucht wurde, sei dieser Tage gestimmt worden, hieß es. Das Instrument aus dem Hause von Orgelbauer Janke (heute Krawinkel) hat die Kirchengemeinde 70.000 Euro gekostet. Eine neue Orgel dieser Größe kostet normalerweise rund 350.000 Euro, schätzt Überrück.

In der Wietzer Kirche wurde etwa elf Monate gebaut. Die Zahl der Sitzplätze wurde durch das Gemeindehaus um mehr als ein Drittel von 400 auf 230 reduziert. Sollten etwa an Weihnachten mehr Plätze benötigt werden, kann das Gemeindehaus zur Kirche hin geöffnet werden, so dass mehr Besucher das Geschehen verfolgen können. Der Umbau dürfte auch für andere Gemeinden in der Landeskirche interessant sein, da viele Gemeinden die Auswirkungen des demografischen Wandels spüren und die Kirchen kaum noch füllen können. Statt zwei Gebäuden muss künftig nur ein Gebäude unterhalten werden – Wartungsarbeiten und Heizkosten werden entsprechend sinken.

Die Räume im früheren Gemeindehaus werden dem evangelischen Kindergarten zur Verfügung gestellt. Die alte Wohnung des Küsters im Dachgeschoss wird dort von der Jugendarbeit genutzt. Der Gottesdienst beginnt am Sonntag um 15 Uhr.