Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wietze Nach schwerem Unfall: Wietzer wollen Familie von fünfjährigem Nico helfen
Celler Land Wietze Nach schwerem Unfall: Wietzer wollen Familie von fünfjährigem Nico helfen
15:04 12.12.2016
Von Christopher Menge
Viele Wietzer hoffen, dass Nico Förster und seine Mutter Stefanie bald wieder lachen können. Nach einem schweren Verkehrsunfall liegt Nico seit vier Wochen im Krankenhaus. Wietzer Bürger wollen die Familie in der schweren Stunde unterstützen. Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wietze

Die Stimmung ist ausgelassen, besonders Nico freut sich auf den Laternenumzug der Feuerwehr Wietze. Doch dann passiert das Schreckliche: Seine Mutter Stefanie und sein Stiefvater Stefan Förster müssen mit ansehen, wie der fünfjährige Nico vor ein Auto läuft. Es kommt zum Zusammenstoß. Nico bleibt schwer verletzt liegen.

Seit vier Wochen ist er nun im Krankenhaus. Der Rettungsdienst brachte ihn nach dem Unfall auf der Nienburger Straße in Wietze ins Allgemeine Krankenhaus Celle, von dort wurde er aufgrund seiner schweren Kopfverletzungen und Hirnblutungen noch in der Nacht auf die Intensivstation einer Spezialklinik nach Hildesheim verlegt. Seit fast zwei Wochen ist er nun in einer Spezialklinik in Geesthacht bei Hamburg.

Was er genau hat? – Die Ärzte sagen es nicht. Wie lange er dort bleiben muss? – Die Ärzte geben keine Auskunft. Und ob er bleibende Schäden behalten wird? – Die Ärzte geben keine Prognose ab. „Nico muss alles neu lernen“, sagt Stiefvater Stefan Förster. Derzeit sei er an den Rollstuhl gefesselt, müsse laufen lernen. Auch das Sprechen müsse erst wieder gefördert werden.

Nach Angaben des Polizeisprechers Thorsten Wallheinke war Nico am Samstag, 12. November, gegen 17.35 Uhr unbemerkt von seinen Begleitern auf die Bundesstraße 214 gelaufen. Der 55-jährige Fahrer eines Opels, der laut Wallheinke nicht zu schnell unterwegs war, sah den Jungen im Dunkeln nicht – es kam zum Zusammenstoß. Kontakt mit dem Autofahrer gebe es nicht, so Stefan Förster.

Seine Frau Stefanie ist bei Nico im Krankenhaus, um ihn zu unterstützen. Er fährt an den Wochenenden hin. Nicos kleine Schwester Leonie, die erst neun Monate alt ist, ist bei ihrer Großmutter untergekommen. Als sie geboren wurde, machte Fotograf Mirko Webster Bilder. „Nico war ganz begeistert und hat dabei mitgeholfen“, erzählt Förster. Gemeinsam mit dem Fotografen Jan Lambrecht will er helfen. Die beiden haben ein Fotoshooting initiiert, das am kommenden Samstag, 17. Dezember, 10 bis 18 Uhr, im Rewe-Markt in Wietze veranstaltet wird.

„Da seine Familie seitdem schwer zu kämpfen hat, möchten wir gerne etwas Gutes tun und helfen“, sagt Webster. So bieten die beiden Fotografen an, digitale Porträtfotos für je 5 Euro zu erstellen. Der komplette Erlös kommt Nicos Familie zu Gute“, sagt Webster, der vor drei Jahren schon einmal eine ähnliche Veranstaltung ins Leben gerufen hatte. Damals um Geld für die Opfer des Taifuns Haiyan zu sammeln. Dieses Mal bekommt er aber prominente Unterstützung: Der Weihnachtsmann wird zwischen 11 und 13 Uhr kleine Geschenke verteilen.

Die Zusammenarbeit mit dem Rewe-Markt kam zustande, da dort schon seit einiger Zeit Spenden für die Familie gesammelt werden. „Eine Mitarbeiterin ist eng mit der Familie befreundet“, erzählt der Wietzer Marktleiter Christoph Wilde, „Rewe unterstützt immer wieder Menschen, die einen schweren Schicksalsschlag erleiden, mit einer Spende.“ Er wollte in diesem Fall aber den Ort miteinbeziehen und hat Spendenboxen an den Kassen aufgestellt. Auch der Betrag vom Pfandbon kann gespendet werden. „Gesammelt wird bis zum 20. Dezember“, sagte Wilde, „die Summe, die bis dahin zusammengekommen ist, verdoppeln wir.“

Er hofft genauso wie Webster und Lambrecht, dass viel Geld für Nicos Familie zusammenkommt. Über die positive Resonanz aus der Bevölkerung sind sie begeistert. So hat sich beispielsweise eine Motorradgruppe, die aus 380 Mitgliedern aus verschiedenen Landkreisen besteht, gemeldet. Als sie von der Aktion erfahren haben, haben sie mit einer Spendensammlung begonnen. Das Geld soll am nächsten Samstag übergeben werden.

Alle Beteiligten hoffen, dass viel Geld zusammenkommt, um die Familie in der schweren Zeit zu unterstützen. Der größte Wunsch von allen ist aber, dass Nico wieder ganz gesund wird und beim Laternenumzug im nächsten Jahr wieder dabei sein kann.