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Wietze Neue Jobs im Wietzer Schlachthof
Celler Land Wietze Neue Jobs im Wietzer Schlachthof
16:19 30.12.2011
Von Simon Ziegler
Schlachthof in Wietze Quelle: Peter M¸ller
Wietze

Seit knapp vier Monaten werden in Wietze Hähnchen geschlachtet. Inzwischen sind dort rund 370 Mitarbeiter beschäftigt. Jetzt hat Celles Landrat Klaus Wiswe gesagt, dass er mit einer Erweiterung der Betriebsstätte rechnet. „Nach allem, was man dort sieht, findet eine Expansion statt. Wenn der Betrieb weiterhin so erfolgreich ist, eine weitere Schicht eröffnet wird, eine weitere Schlachtlinie aufgemacht wird, dann können dort noch einmal 400 und mehr Arbeitsplätze entstehen“, sagte Wiswe in einem Gespräch mit der CZ.

Auch die Junge Union hatte Anfang Dezember in einer Pressemitteilung nach einer Besichtigung des Schlachthofes mitgeteilt, Firmenchef Franz-Josef Rothkötter plane eine Erweiterung. Der Schlachthof-Chef habe von einem Ausbau zum Zwei-Schicht-Betrieb gesprochen, sagte der Celler JU-Vorsitzende Jörn Schepelmann. Zudem werde in Wietze ein Fabrikverkauf eröffnen.

Auf CZ-Nachfrage beim Konzern sagte Rothkötter-Sprecher Marcus Pontzen, dass eine Erweiterung des Betriebs um zusätzliche maschinelle Kapazitäten oder eine weitere Produktionslinie derzeit und auch absehbar nicht vorgesehen sei. „Allerdings ist mittelfristig, das heißt innerhalb von zwei Jahren, eine Ausweitung der Produktion auf einen Zwei-Schicht-Betrieb geplant. Im Zuge dessen werden etwa 300 zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt. Weitere Baumaßnahmen sind nicht erforderlich“, sagte Pontzen. Er bestätigte, dass auf dem Schlachthofgelände ein Verkaufsladen eingerichtet wird. Dort würden Hähnchenfleisch-Produkte verkauft, die aus der Produktion des Schlachtbetriebes stammen.

Rothkötter hatte im Genehmigungsverfahren beantragt, dass knapp 2,6 Millionen Hähnchen in der Woche geschlachtet werden dürfen. Dazu müssten in Wietze zwei Schlachtlinien im Zwei-Schicht-System arbeiten. Gebaut wurde zunächst nur eine Schlachtlinie. Für eine zweite Linie müssten weitere Gebäude errichtet werden. Der gesamte, vorhandene Schlachtbereich inklusive Zerlegung und Verpackung müsste eins zu eins zur ersten Schlachtlinie gebaut werden. Der Platz auf dem Gelände ist dafür vorhanden. Die zweite Linie würde hinter den jetzigen Schlachthof-Gebäuden errichtet und wäre von außerhalb wohl nicht zu sehen.

Wie sich Rothkötter angesichts seiner Schwierigkeiten, Vertragsmäster zu finden, eine Expansion vorstellt, ist unklar. Im November wurde öffentlich, dass Hähnchen aus Dänemark nach Wietze transportiert werden.

Das komplette Interview mit Landrat Klaus Wiswe wird am 2. Januar veröffentlicht. Darin äußert er sich auch zur Schulreform, zum Schuldenstand der Kommunen und zur Diskussion um Einheitsgemeinden.