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Wietze Neue alte Orgel im Konzert: Axel LaDeur spielt in Wietze
Celler Land Wietze Neue alte Orgel im Konzert: Axel LaDeur spielt in Wietze
13:13 23.01.2014
Axel LaDeur eröffnete die neue Konzertreihe an der Janke-Orgel in der St. Michaelkirche in Wietze. Quelle: Benjamin Westhoff
Wietze

Diese Janke-Orgel ist kein klangliches Kleinod, aber immerhin so gut und so vielfältig in der Disposition, dass sie auch für Konzerte geeignet ist. Und sie passt dermaßen gut in den Raum, dass man fast meinen könnte, man habe sie dafür gebaut. Dass diese Orgel nun auch regelmäßig außerhalb von Gottesdiensten zu hören ist, das hat Wietze dem aus dem Ort stammenden, heute in Hannover wirkenden Axel LaDeur zu verdanken, der nach dem Umbau im letzten Jahr eine kleine Konzertreihe organisiert hatte, die so erfolgreich war, dass sie in lockerer Folge mit sechs Abenden weitergehen soll.

Er begann die neue Reihe selbst mit einem Orgelkonzert, in dem er neben der berühmten Toccata mit Fuge von Bach französische Orgelmusik spielte. ´Speziell die französischen Klänge überzeugten an diesem Abend. Während Bachs allseits bekanntes Stück eher akademisch und weder sehr inspiriert noch besonders virtuos in der Interpretation LaDeurs erschien, konnte sein Spiel von zwei französischen Weihnachtsliedbearbeitungen von Daquin und Guilmant voll und ganz überzeugen. Hier vermittelte sich bestens LaDeurs Spielfreude und auch seine Begabung zu pointiertem Spiel mit reizvollen Klangfarben.

Höhepunkt des Abends war allerdings das Cantabile aus der fünften Orgelsinfonie von Widor. Dieses für einen großen halligen Raum und eine klanglich anders geartete Orgel geschriebene Stück entwickelte in der transparenten Akustik der Wietzer Kirche einen besonderen Reiz, zudem LaDeur wunderbar plastisch artikulierte und phrasierte. Auf diese Weise kamen ungeahnte Details zum Hören. Im März soll die kleine Wietzer Konzertreihe weitergehen mit Orgel und Posaunenchor.

Von Reinald Hanke