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Wietze „Öl-Fieber“ in Wietze: Gelungene Premiere der Schlosstheater-Produktion
Celler Land Wietze „Öl-Fieber“ in Wietze: Gelungene Premiere der Schlosstheater-Produktion
21:43 21.05.2018
Gute Spielleistung aller Akteure: (von links) Felix Meyer, Tanja Kübler und Johann Schibli. Quelle: Alex Sorokin
Wietze

Das Interesse an dem aufwendigen Projekt war offenbar groß, alle Karten waren ausverkauft. Die Neugier und Erwartung des Premierenpublikums war spürbar – und sie wurde nicht enttäuscht.

Die Geschichte, eingebettet in die Geschichte des Öl-Booms rund um die Teufelsinsel zu Beginn des 20. Jahrhunderts, ist knapp erzählt: Während sich der Ertrag von Teer und Schweröl in Wietze in Maßen hält, wittert der Ölbaron Keyser senior ein großes Geschäft. Er will investieren und sucht nach geeignetem Land. Bei der Landbevölkerung trifft er auf Ablehnung. Nur die verwitwete, verschuldete Frau Lemberg ergreift die vermeintliche Chance und verkauft ihr Grundstück. Als die Probebohrungen erfolgreich sind und das Öl reichlich fließt, beginnt der Aufstieg des 180-Seelen-Dorfes zum goldenen Ölförderzentrum. Die rasante Entwicklung geht nicht ohne Ausbeutung der Arbeiter und eine stark nachhinkende Infrastruktur. Arbeiterprotest und Auflehnung treffen auf Unternehmermacht und „Recht und Ordnung“ – dazwischen die persönliche Geschichte von Hans, Paul und Berta …

Zwischen Information und Historie haben sich die Stückemacher in Kooperation mit dem Wietzer Erdölmuseum großartige Unterstützung aus der Bevölkerung geholt und diese sehr gekonnt eingebunden – Laienschauspieler, Komparsen und ganz besonders der Männer- und Frauenchor Wietze unter der Leitung von Axel LaDeur. Aus dem gelungenen Mix von unterschiedlichen Spielplätzen, einer fundiert-guten Spielleistung aller Akteure und einem klug gezogenen erzählerischen roten Faden ist eine rundum empfehlenswerte Produktion geworden. Hervorzuheben die gewichtigen Seniorenrollen von Ölbaron Keyser (Johann Schibli) und seinem Gegenspieler Nöllenburg (Felix Meyer – auch in weiteren Rollen brillierend). Bewundernswert und sehr überzeugend außerdem Tanja Kübler und Irene Benedict, denen man – ob Landfrau oder Lebedame – jede Figur abnahm – trotz erschwerend schneller Rollenwechsel und Umziehaktionen.

Von Doris Hennies

Für Axel Ladeur schließt sich ein Kreis. „Ich habe als Kind die letzten Jahre des Ölbooms noch miterlebt“, sagt der Leiter des Wietzer Männer- und Frauenchors. Geboren und aufgewachsen ist er in dem Heidedorf, jetzt lebt der Kirchenmusiker in Hannover. Einmal in der Woche kehrt er für Proben nach Wietze zurück – normalerweise. Doch im Moment ist der Chor Teil des Theaterstückes „Ölfieber“, das das Ensemble des Schlosstheaters im Erdölmuseum Wietze inszeniert.

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Ohne eine weitere Finanzspritze geht es nicht: Bei der Sanierung des Hallen- und Freibads in Wietze ist ein Mehrbedarf in Höhe von 141.000 Euro aufgelaufen. Dabei hatte der Gemeinderat erst im Juli 2017 zusätzliche Mittel für das mittlerweile seit zwei Jahren laufende Bauprojekt genehmigt.

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