Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wietze Plädoyer im Bode-Prozess erwartet
Celler Land Wietze Plädoyer im Bode-Prozess erwartet
18:11 10.11.2010
Wietze

LÜNEBURG. Bald ein ganzes Jahr dauert die Berufungsverhandlung an, in der sich Bode gegen ein Urteil des Amtsgerichts Celle wendet, wo sie im Zusammenhang mit der Kommunalwahl 2006 wegen Wahlbetruges verurteilt worden war. „Als Rentnerin mit kleinem Einkommen“, hatte sich Bode, frühere Leiterin der Wietzer Alten- und Pflegeheime am Casinoweg und in der Brunnenstraße, dargestellt. Und auch wenn die wirtschaftlichen Verhältnisse grundsätzlich nichts mit der ihr zum Vorwurf gemachten Straftat zu tun haben, gehört die Aufklärung zu den Pflichten des Gerichts, um eine Geldstrafe bemessen zu können. Der Tagessatz einer Strafe muss nach den Einkommensverhältnissen ausgerichtet werden. So hatte Bode vor zwei Jahren Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Wahlbetruges erhoben, der im Wege eines rein schriftlichen Strafverfahrens an sie ergangen war.

Der bemessene Tagessatz sei zu hoch und der Vorwurf haltlos, so die Wietzerin. Nun sitzt sie schon seit bald einem Jahr mindestens zwei Mal im Monat auf der Anklagebank im Landgericht, während ihr Mann Heinz-Günter Bode, der durch die mutmaßliche Wahlfälschung 2006 in den Gemeinderat gewählt wurde, die Stunden auf den Zuschauerbänken des Gerichtssaales zubringt.

Jede Einzelheit muss von der Kammer ans Licht gezerrt werden. Sogar das Protokoll zur Briefwahl ist verschwunden. „Das muss vor Jahren zu Beginn des Ermittlungsverfahrens schon zu Gericht gegangen sein“, heißt es in der Gemeindeverwaltung. „In den Akten ist es nicht“, sagt Berufungsrichter Steuernagel. „Und ich hab es auch nicht“ beteuert einer der Bode-Verteidiger.

Trotz aller Verzögerungen und Schwierigkeiten plant der Staatsanwalt zum nächsten Prozesstag, am 24. November, sein Schluss-Plädoyer zu halten. Im September hatte das Gericht erklärt, das Verfahren noch in diesem Jahr abschließen zu wollen.

Von Angelika Jansen