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Wietze Politik segnet Wietzer Millionen-Etat ab
Celler Land Wietze Politik segnet Wietzer Millionen-Etat ab
17:39 20.12.2016
Von Simon Ziegler
Wietze

Das Zahlenwerk seiner Verwaltung ist imposant. Erträgen von 11,8 Millionen Euro stehen Aufwendungen von 12,2 Millionen Euro gegenüber. Allein für den Rathaus-Neubau ist ein erster Teilbetrag von 4,2 Millionen Euro eingeplant. Dazu kommt der Umbau der Schule, der 2017 mit einer Million Euro veranschlagt ist. Investitionen in die Infrastruktur im Gewerbegebiet von über einer Million Euro und Straßensanierungen von gut einer halben Million Euro – einen solchen Haushalt hat die Gemeinde Wietze wohl noch nie gesehen. Das macht sich natürlich auch sofort auf der Kreditseite bemerkbar: Die investiven Schulden der Gemeinde steigen auf fast 14 Millionen Euro, gab Kämmerer Frank Meinecke bekannt.

Er könne angesichts der geplanten Millionenausgaben weiter gut schlafen, „und zwar ohne Schlaftabletten“, versicherte Klußmann. Und er erneuerte das, was er seit langem sagt. Die niedrigen Zinsen einerseits und die lange Nutzungsdauer des neuen Rathauses andererseits relativierten die hohen Ausgaben für den neuen Verwaltungssitz. Der Neubau soll, Stand heute, über acht Millionen Euro kosten. Die Gelder, die jetzt im Etat für den Neubau stehen, dienen dazu, die Handlungsfähigkeit der Gemeinde sicherzustellen. Weiterhin gilt, dass noch kein einziger Auftrag vergeben wurde.

Knackpunkt in der Diskussion Anfang des neuen Jahres wird die Frage sein, ob ein kleiner Ratssaal ausreicht oder ein großer Bürgersaal gebraucht wird. Der Unterschied beträgt nach neuesten Zahlen etwa 700.000 Euro. Realistischerweise kann nur beim Bürgersaal Geld gespart werden. Zwar war in der Vergangenheit überlegt worden, das Rathaus auf dem Droschkenplatz, also gemeindeeigenem Gelände, zu errichten. Doch das Thema ist durch, betonte Klußmann in der Ratssitzung. Es gebe „überzeugende, städtebauliche Gründe dafür, Grund und Boden in der Ortsmitte zu erwerben“. Dies sei mehrheitlich entschieden worden. Irgendwann sollte der Zeitpunkt gekommen sein, das auch zu akzeptieren, sagte Klußmann.

Im Februar soll entschieden werden, wie groß der Bürgersaal gebaut wird. Klußmann erklärte gegenüber der CZ, dass er für die größere Lösung plädiert, weil man „städtebaulich eine Chance vertun würde“. Dann wird die Politik auch beschließen, wie das Vergabeverfahren abläuft. De facto gibt es zwei Möglichkeiten: die sogenannte Fachlosvergabe, bei der alle Aufträge einzeln ausgeschrieben werden, oder die Komplettvergabe an einen Totalunternehmer.