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Wietze Rewe in Wietze: Kleine Schritte zur neuen Mitte
Celler Land Wietze Rewe in Wietze: Kleine Schritte zur neuen Mitte
17:52 31.07.2014
Von Simon Ziegler
Wietze

Ein Mix aus barrierefreiem Wohnen, Nachnutzung der Schule, Ansiedlung von Fachärzten sowie ein Dorfgemeinschaftshaus mit integriertem Rathaus: So hat man sich in Wietze vor gut zwei Jahren die neue Mitte vorgestellt. Die Realität sieht heute anders aus: Von einer großen Lösung ist keine Rede mehr, Investoren stehen nicht gerade Schlange, um die ehrgeizigen Pläne umzusetzen.

Trotzdem wird es jetzt konkret. Die Rewe-Kette will einen Supermarkt im Bereich „Westlich der Schule“ bauen. Der Gemeinderat votierte am Mittwoch mit 14 zu 9 Stimmen für die Aufstellung des Bebauungsplans. CDU, die Unabhängigen Wietzer (WuW) sowie der Einzelabgeordnete Jürgen Vondracek votierten pro Rewe, SPD und Grüne dagegen.

In der Aussprache, die den Charakter einer Grundsatzdebatte hatte, erklärte SPD-Fraktionschef Helmut Kersting, dass seine Fraktion aus „grundsätzlichen Erwägungen“ gegen den B-Plan stimme. „Eine Zentralisierung der Supermärkte im Ortskern bedeutet eine Verschlechterung für die Bürger“, sagte er. Außerdem hätten die jetzigen Pläne nichts mehr mit der Idee der neuen Mitte zu tun. Dagegen machte Cord Hoppenstedt (CDU) klar, dass „wir jetzt einen Start brauchen, der andere Entwicklungsmöglichkeiten anzieht“.

Claus-Friedrich Schrader (Grüne) äußerte die Vermutung, dass Rewe mit der Schließung am Ortskern Druck auf die Gemeinde ausgeübt habe, um das Areal im Zentrum zu bekommen. Diese Äußerung wies Bürgermeister Wolfgang Klußmann zurück. „Niemand hat Druck ausgeübt. Rewe hat gesagt, dass der Standort am Ortsrand aus wirtschaftlichen Gründen nicht gehalten werden kann. Es geht heute um die Frage, ob wir einen zweiten Vollsortimenter in Wietze haben wollen. Es geht nicht um die Frage, ob ein Vollsortimenter an den Ortsrand oder ins Zentrum geht“, warb er um Zustimmung für die Pläne.

Auf eine ganz einfache Formel brachte Axel Rubner die Diskussion. „Viele haben gesagt, es ist schade, dass Rewe weg ist. Die Verbraucher freuen sich, wenn der Markt wieder in Wietze ist“, so der CDU-Ratsherr.

In Wietze hatten die Supermärkte schon vor Jahren bei der Gemeinde nach einer Vergrößerung ihrer Einkaufsflächen gefragt. Dem wurde keine Chance gegeben, weil der Landkreis als Genehmigungsbehörde von einer Versorgung von knapp unter 100 Prozent ausgeht. Eine Erweiterung in den Ortsrandlagen war somit nicht machbar. Das ging nur, indem ein zentraler Versorgungsbereich definiert wurde. In diesem zentralen Bereich gelten andere Regeln, deshalb kann hier einem Markt die gewünschte größere Verkaufsfläche gewährt werden. Rewe soll 1550 Quadratmeter Verkaufsfläche haben. Baubeginn könnte im Frühjahr 2015 sein.

In Wietze wird seit Mitte der neunziger Jahre die Idee verfolgt, ein neues Zentrum zu schaffen. Mehr oder weniger intensiv wurde seitdem daran gearbeitet, am Platz hinter der Schule so etwas wie einen zentralen Ortskern zu schaffen.