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Wietze Russisches Liedgut in Opern-Qualität
Celler Land Wietze Russisches Liedgut in Opern-Qualität
15:32 08.02.2010
Schwarzmeer Kosaken-Chores unter Leitung und persönlicher Mitwirkung von Peter Orloff, der 2009 sein 50-jähriges Konzertjubiläum begeht Quelle: Peter Müller
Wietze

Begeisterten Applaus ernteten am Donnerstagabend Peter Orloff und der Schwarzmeer Kosaken-Chor nach ihrem Auftritt in der Sankt-Michael-Kirche in Wietze. Obwohl wetterbedingt einige Plätze leer geblieben waren, gelang es dem durch zahlreiche Fernsehauftritte in Sendungen wie „Lieder für Millionen“ oder „Ein Platz an der Sonne“ bekannt und beliebt gewordenen deutschen Schlagerstar, zusammen mit seinem Ensemble dennoch eine Atmosphäre zu schaffen, die selbst das vornehmlich ältere Publikum abschließend zu stehenden Ovationen hinriss.

Wesentlich dazu beigetragen hatte Peter Orloff selbst, der seit seinem 15. Lebensjahr Mitglied des Schwarzmeer Kosaken-Chores ist und seit 1993 die musikalische Gesamtleitung übernommen hat. Ihm kam an diesem Abend in erster Linie die Rolle des Moderators zu, der freundlich darum bemüht war, das Konzert auch einem etwas kleineren Publikum zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen, während er einem jeden Mitglied seines Ensembles, unter denen insbesondere Orloffs Stellvertreter, der Bass Stefan Arininsky, mit seiner warmen und voluminösen Stimme positiv hervor stach und wahre Opern-Qualität bewies, die Möglichkeit bot, sich auch mehrfach solistisch zu präsentieren.

Auf dem Programm standen neben russischer Volks- und Chormusik am Donnerstag auch internationale Erfolge wie der berühmte „Gefangenenchor“ aus Verdis Oper „Nabucco“ oder Schuberts „Ave Maria“. Aufgrund der stimmlichen Ausbildung eines jeden der Sänger hätte man vom Chor allerdings eine wesentlich bessere Intonation erwartet. Insbesondere dem ersten Teil des Abends, der mit nur einer Ausnahme gänzlich

a-cappella verlief, mangelte es nicht nur an klanglicher Reinheit. Leider litt er auch an einer nicht immer ausgeglichenen Balance zwischen den einzelnen Stimmen und kleinen Ungenauigkeiten beim gemeinsamen Einsetzen. Dafür bestach das Ensemble durch seine enorme dynamische Bandbreite.

Höhepunkt des Abends war jedoch der 1958 in der Ukraine geborene Ilya Kurtev, der das Publikum auf seinem Bajan, einem russischen Akkordeon, in seinen Bann zog. Mit großer Fingerfertigkeit, zugleich aber auch facettenreich und mit viel Feingefühl eröffnete er den zweiten Teil des Abends und sorgte nicht nur im Auditorium für eine gute Stimmung. Von seiner phantasievollen Begleitung profitierte sichtlich und hörbar auch der Chor.

Alles in einem kann man nur von einem gelungenen Abend sprechen. Es bleibt zu hoffen, dass man Peter Orloff und den Schwarzmeer Kosaken-Chor trotz der überschaubaren Zuschauerzahl auch in Zukunft wieder in Wietze begrüßen darf. Denen, die da waren, haben sie nämlich eine große Freude bereitet.

Von Yaltah Worlitzsch