Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wietze Schlosstheater Celle spielt im Erdölmuseum
Celler Land Wietze Schlosstheater Celle spielt im Erdölmuseum
12:29 24.10.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: Thomas Brandt
Wietze

Erzählt wird eine Geschichte von plötzlichem Reichtum: Aus Bauern werden um das Jahr 1900 Ölbarone, Dynastien entstehen, Freundschaften zerbrechen. Angelehnt wird das Drehbuch an den Roman „Oil“ von Upton Sinclair aus dem Jahr 1927 – ein US-Klassiker über die legendäre Zeit der Ölgewinnung, übers schnelle Geld und die Faszination des schwarzen Goldes.

Gleichzeitig zur literarisch auf „Oil“ gestützten Dramaturgie soll die Wietzer Ölgeschichte thematisiert werden, „um die literarische Vorlage nach Wietze holen zu können“, wie es heißt. Das Theaterprojekt wolle regionale und lokale Geschichte und Geschichten aufgreifen. „Das Thema ist für das Theater spannend, historisch ist viel vorhanden“, sagt Döring. Es gehe auch um Fragen der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. So spiele beispielsweise eine Rolle, wie der Ölboom Gruppierungen verändert habe. Es gebe ferner Anknüpfungspunkte an das Hier und Jetzt, etwa in den Bereichen Fachkräftemangel und Migration. Herauskommen soll ein „sozialkritischer, lustvoller Western“, so Döring. Viele Quellen wurden bereits gesichtet, jetzt stehe die konkrete Stückentwicklung an.

Die Premiere der Open-Air-Veranstaltung ist im Mai oder Juni geplant. Insgesamt zwölf Aufführungen sind im Museum geplant.

Aus Wietze gibt es volle Rückendeckung für die Pläne des Schlosstheaters. „Ich bin mit Feuer und Flamme dabei“, sagte Museumschef Stephan Lütgert. Das Stück biete die Chance, das Thema Erdöl auf ganz andere Art darzustellen und auch ein Celler Publikum ins Museum zu holen. Zudem würden selbst in Wietze viele Bürger das Museum gar nicht kennen. Mit dem Theaterstück verbunden sei womöglich auch die Option, lokale Akteure wie Feuerwehr oder Chöre mit ins Boot zu holen.

Da organisatorisch sowie ordnungsrechtlich einiges zu klären sein wird – etwa die Frage der Parkplätze – wird auch die Gemeinde Wietze in das Vorhaben einbezogen. „Ich stehe dem Projekt sehr positiv gegenüber und halte es für unbedingt unterstützenswert, denn einerseits kann damit die Kulturszene in Wietze bereichert werden", sagte Bürgermeister Wolfgang Klußmann. "Andererseits besteht sozusagen als Nebenprodukt die Möglichkeit, das Erdölmuseum auch über die Grenzen Wietzes hinaus in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung zu bringen und damit bekannter zu machen“, so Klußmann nach einem Treffen mit Schlosstheater-Intendant Döring.