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Wietze „Schwieriger, eine Wohnung zu finden“
Celler Land Wietze „Schwieriger, eine Wohnung zu finden“
17:58 14.02.2012
Von Simon Ziegler
Wietze

In Wietze soll es einen Aufschwung am Immobilienmarkt gegeben haben. „Es ist deutlich schwieriger geworden, eine Mietwohnung zu finden. Das höre ich immer wieder“, sagt Bürgermeister Wolfgang Klußmann, der die Veränderung auf die Ansiedlung des Geflügelschlachthofes zurückführt. Auch Landrat Klaus Wiswe, wie Klußmann Befürworter der Rothkötter-Ansiedlung, hatte sich beim Neujahrsempfang von Stadt und Kreis Celle Ende Januar ähnlich geäußert.

Gleichwohl räumt der Wietzer Verwaltungschef ein, keine konkreten Zahlen zur Entwicklung am Immobilienmarkt zu haben. Er beruft sich auf die gemeindliche Wirtschaftsförderung und „Maklerkreise“. Auch schlage sich der Zuzug von Arbeitern noch nicht in der Bevölkerungsstatistik nieder, so Klußmann. Wietze hat derzeit rund 8000 Einwohner. Im Vergleich zum Jahr 2006 wohnen drei Prozent weniger Menschen in der Gemeinde. Dennoch glaubt Klußmann, dass der Schlachthof dazu führen könne, dass der Zuzug den Wegzug auffange.

Von der CZ befragte Makler können einen Aufschwung am Wietzer Immobilienmarkt derzeit nicht bestätigen. „Momentan werden im Internet sechs oder sieben Mietwohnungen angeboten. Eine davon ist von uns seit Mitte Dezember auf dem Markt“, sagt Andreas Gode, der beim Branchenführer Remax in Celle als Lizenzmakler arbeitet. Das Unternehmen biete zudem seit Oktober ein Mietshaus in Wietze an, „zu einem marktgerechten Preis“, wie Gode sagt. Bislang sei das Objekt aber noch nicht vermietet worden.

Der Makler berichtet allerdings, dass es von Frühjahr bis Herbst 2011 in Wietze eine größere Nachfrage nach Mietwohnungen gegeben habe. Und zwar wegen des umstrittenen Schlachthofes, der im September den Betrieb aufnahm. Gode führt die Nachfrage vor der Öffnung darauf zurück, dass viele Schlachthofmitarbeiter bereits eingestellt, aber noch am Stammsitz von Rothkötter im Emsland eingearbeitet wurden, ehe es in Wietze losging. Die Arbeiter hätten vor allem Wohnungen im unteren Preissegment gesucht - nicht nur in Wietze, sondern auch in den Nachbargemeinden Winsen und Hambühren sowie in Celle. Inzwischen habe sich die Nachfrage normalisiert.

„Wir haben in Wietze seit längerer Zeit nichts mehr disponiert“, sagt Thorsten Grothe von Plan-Bau-Celle GmbH. Er glaubt nicht, dass wegen Rothkötter alle Wohnungen vermietet sind. „Es wird dort Mietraum geben.“ Grothe gibt zu bedenken, dass viele Angestellte zum Arbeitsplatz pendeln würden, also nicht in der unmittelbaren Nachbarschaft leben. Ein weiterer Fachmann, Hans-Dieter Penther vom Immobilienring Nord in Celle, geht von einem leichten Aufschwung am Wietzer Immobilienmarkt aus. „Es hat ein bisschen angezogen. Mietwohnungen waren in Wietze vorher sehr uninteressant.“ Im Schlachthof sind rund 370 Mitarbeiter beschäftigt.