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Wietze Stechinellikapelle grundsaniert
Celler Land Wietze Stechinellikapelle grundsaniert
16:45 22.06.2012
Von Christoph Zimmer
Stechinelli Wietze Quelle: Christoph Zimmer
Wietze

Wer durch diese Kirchentür tritt, lässt den ganzen Alltagsstress hinter sich. Das helle Licht in der evangelischen Stechinellikapelle hilft, die Außenwelt auf Abstand zu halten und zur Ruhe zu kommen. Die ehemalige Gutskapelle, die 1692 gebaut wurde und in ihrem Innern im festlichen barocken Stil gestaltet ist, ist das Wahrzeichen von Wieckenberg. Aber im Augenblick ist sie eine große Baustelle und seit dem Beginn der Sanierungsarbeiten im vergangenen September geschlossen. „Wenn alles klappt, werden in der Adventszeit hier wieder Gottesdienste stattfinden“, sagt Gerrit Eichhorn von der evangelisch-lutherischen Landeskirche, in dessen Auftrag der gelernte Bauingenieur die Kirche renovieren lässt.

Bei der Sanierung der Arkade und des Westgiebels 2008 wurden im Dach einige Granatsplitter aus dem Krieg und andere Schäden gefunden, Fachwerk und Mauerwerk verformten sich, Holz ist gebrochen. „Da war klar, dass wir was machen müssen“, so Eichhorn bei einem Baustellenbesuch. An der Rückseite der Stechinellikapelle wurde ein neues Fundament gelegt, das Fachwerk erneuert und die Fensterrahmen bereits wieder eingesetzt. Die aufwendigen Ausmalungen, die Decken sind mit Ähren und blauen Bändern verziert, Fachwerk, Fenster, Steine und sogar der Putz an manchen Stellen - fast alles konnte erhalten werden. „Das war uns besonders wichtig“, sagt Eichhorn, „wir wollen historisch so präzise wie möglich sein.“ Ein schwieriger Spagat. „Immerhin sind wir kein Museum“, sagt der Bauingenieur, „bei der Denkmalpflege geht es nicht nur um den Erhalt, sondern auch um die Sicherheit.“

Dass die Arbeiten in der Gegenwart so aufwendig sind, die Kosten belaufen sich auf knapp 250.000 Euro, liegt an der Vergangenheit. „Bei früheren Reparaturarbeiten wurde vieles nur notdürftig gemacht, es war fachlich falsch und auch das Material war nicht immer richtig.“ Eichhorn will das nicht als Vorwurf verstehen. Nach dem Krieg musste es schnell gehen, für Details blieb da keine Zeit. „Die historische Bauweise aus der Entstehungszeit wird erst jetzt wieder angewandt.“

Wenn der hintere Bereich der Stechinellikapelle getrocknet ist, werden die historischen Fenster und Türen eingesetzt und die Decke und die Innenwände verputzt. Auch die Empore soll nach der aufwendigen Sanierung weiter für die Orgel genutzt werden. Anschließend wird im vorderen Bereich mit der Restaurierung begonnen. Hier werden die verloren gegangenen Ausmalungen auf den Wandbereichen, an denen der Putz abgenommen werden musste, wieder fachgerecht rekonstruiert.