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Wietze Stoppt Fledermaus Windradbau in Wieckenberg?
Celler Land Wietze Stoppt Fledermaus Windradbau in Wieckenberg?
18:22 03.12.2013
Eine Fledermaus könnte den Bau von Windkraftanlagen behindern
Wieckenberg

Es war die entscheidende Einschränkung für das Projekt im Bereich des Wieckenberger Bruchs, bei dem enercity gerne sieben Windkraftanlagen bauen und 30 Millionen Euro investieren würde. Denn dass in dem Gebiet nicht so einfach Windkraftanlagen errichtet werden können, wurde bei einer intensiven Diskussion im Umweltausschuss des Landkreises Celle deutlich, die auch gleich einen Schwachpunkt im Gesetz aufdeckte.

Ausgangspunkt der Debatte war ein Vortrag des Kreisnaturschutzbeauftragten Eckehard Bühring. Er sieht die Ansiedlung von immer mehr Windparks mit Blick auf die Vogelwelt kritisch und nahm das geplante enercity-Projekt exemplarisch heraus. „Hier geht es um eine Fläche von mehr als 100 Hektar. Windräder gefährden Vögel, besonders die Fledermäuse. Mich hat der Bericht in der CZ sehr erstaunt, denn vor einem Jahr wurde durch den Landkreis in der Diskussion über den Wieckenberger Bruch noch gesagt, dass in nächster Zeit keine negativen Auswirkungen zu befürchten seien”, so Bühring.

Dass diese Fläche im Wieckenberger Bruch überhaupt in Betracht kommt, die Grüne und SPD im Kreis unter Naturschutz stellen wollen, liegt an einem Schwachpunkt im Baugesetzbuch. So hat die Gemeinde Wietze als eine der wenigen im Landkreis keine Vorranggebiete für Windkraft ausgewiesen. Das liegt aber laut Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann nicht daran, dass die Gemeinde es nicht wollte, sondern vielmehr nicht konnte. „Wir haben keine Fläche gefunden, die geeignet gewesen wäre mit Blick auf Kriterien wie Abstand zur Wohnbebauung oder Umweltschutz”, erklärte Klußmann.

Wenn es aber keine Vorranggebiete gibt, können Investoren überspitzt gesagt zunächst mal an jedem Ort in der Pampa ein Projekt anmelden, weil Windkraftanlagen privilegierte Bauvorhaben sind. Doch auch diese Projekte müssen dann Bestimmungen wie zum Beispiel dem Schutz von Vögeln entsprechen. Geeignete Flächen hat die Gemeinde Wietze ja nicht ohne Grund nicht gefunden. Im Wieckenberger Bruch bläst enercity daher der Wind ein wenig ins Gesicht, wie Kreisrat Gerald Höhl in der Sitzung des Umweltausschusses andeutete.

„Das Verfahren ist völlig offen, aber natürlich ist uns sehr wohl bewusst, dass es dort viele Vogelarten gibt, die schützenswert sind. Wir lassen uns dann aber vom Investor überraschen, wie er das angehen möchte”, so Höhl. Bürgermeister Klußmann geht auch nicht davon aus, dass „alle sieben Anlagen genehmigt werden. Möglich wäre im Rahmen des Bebauungsplanes aber, dass einzelne Anlagen doch genehmigungsfähig sind”, so Klußmann. Die Frage ist dann nur, ob sich das für enercity auch noch rechnet, denn die Anlagen müssen auch noch ans Hochspannungsnetz angeschlossen werden. Die Verlegung des Kabels bis Oldau oder Fuhrberg rechnet sich wohl nur ab einer bestimmten Größe.

Frank Dollmann von enercity war gestern nicht erreichbar. Anfang des Monats hatte er allerdings berichtet, dass Gutachten zu Schwarzstorch und Fledermäusen inzwischen vorliegen und weitere noch in Bearbeitung sind.

Tore Harmening

Von Tore Harmening