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Wietze Stromtrasse durch Winsen und Wietze geplant
Celler Land Wietze Stromtrasse durch Winsen und Wietze geplant
18:34 05.02.2014
Von Jürgen Poestges
Solche Stromtrassen könnten bald auch in Wietze und Winsen stehen Quelle: dpa
Wietze

Deutschlands größte und längste Stromtrasse soll als „Hauptschlagader der Energiewende“ auch durch Niedersachsen führen. Die Netzbetreiber Tennet und TransnetBW schlugen gestern in Berlin vor, dass die Hauptstrecke des 800 Kilometer langen „SuedLink“-Projekts ab 2022 von Schleswig-Holstein über Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Bayern verlaufen könnte. Sie soll große Mengen Windstrom vom Norden in den Süden bringen.

Der Landkreis Celle ist nach diesen ersten Planungen im Bereich Bannetze/Winsen/Wietze betroffen. „Da müssen wir erst einmal die genauen Pläne abwarten“, sagt Bannetzes Ortsbürgermeister Heinrich Leymers. „Klar ist, wenn wir die Energiewende wirklich wollen, dann muss der Strom ja von der Küste irgendwie in den Süden kommen.“ Dem stimmt auch Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann zu. „Ich will nicht sofort negativ an den Vorschlag herangehen. Sicherlich muss die Möglichkeit bestehen, den alternativen Strom der Windenergie durch das Land transportieren zu können.“ Man werde den Trassenvorschlag gründlich prüfen. Das soll mit Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann geschehen. „Wir werden schauen, ob man nicht bestehende Trassen einbeziehen kann. Den Plan vorlegen und sagen, so wird es – das wollen wir nicht.“

Celles SPD-Landtagsabgeordneter Maximilian Schmidt bläst in das gleiche Horn: „In Berlin wird eine Landkarte präsentiert, mit der unser Landkreis von einer 60-70 Meter hohen Stromtrasse durchschnitten werden soll – und vor Ort ist niemand eingebunden. Das geht so nicht.“

Als Anwohner in Jeversen ist Arnd Herrmann mit einer Trasse nicht einverstanden. „Wir haben hier einen Schweinemastbetrieb und Windräder vor die Nase gestellt bekommen. Jetzt soll auch noch eine Stromtrasse kommen. Es ist jetzt genug.“

Ulrike Hörchens, Pressesprecherin von Tennet, betont, dass es sich nur um einen ersten Vorschlag handelt. „Es ist überhaupt noch nichts entschieden. Wir wollen gerne mit den Bürgern der betroffenen Gebiete ins Gespräch kommen.“ Allerdings wurden die Informations-Veranstaltungen in den Gemeinden erst einmal aufgeschoben. Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer verlangt nach einem Moratorium für neue große Stromtrassen. „Und solange die Politik nicht ein klares Votum ausspricht, können wir keine Aussagen über das Projekt machen“, sagt Hörchens. Die Informationsveranstaltung würden aber auf keinen Fall ausfallen.

Erstmals wurde für das Projekt eine Erdverkabelung genehmigt. „Da ist völlig offen, wo und ob überhaupt das Kabel unter die Erde kommt. Das werden wir sagen können, wenn der Trassenverlauf klar ist“ sagt Hörchens. Die Erdverkabelung sei ein wenig teurer als die Trassenführung überirdisch. „Aber das spielt für unsere Planungen keine Rolle.“