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Wietze Testbahn für autonomes Fahren schon 2019?
Celler Land Wietze Testbahn für autonomes Fahren schon 2019?
16:48 14.11.2018
Quelle: WABCO Holdings Inc.
Wietze

Die Erweiterung der Wabco-Teststrecke bei Jeversen wird immer konkreter. Der Wietzer Gemeinderat hat zuletzt mit großer Mehrheit beschlossen, für die Aufstellung des Bebauungsplanes und die Änderung des Flächennutzungsplanes das förmliche Verfahren, also die zweite Beteiligungsrunde durchzuführen, gab Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann bekannt.

Die Beteiligung von Behörden und Öffentlichkeit erfolgte bis Anfang November. Die Gemeinde prüft derzeit die eingegangenen Stellungnahmen. "Ich gehe zum jetzigen Zeitpunkt davon aus, dass der Bebauungsplan und die Änderung des F-Planes in der für Ende Januar 2019 geplanten Ratssitzung abschließend beschlossen wird", sagte Klußmann. Der Bau der Erweiterungsstrecke könnte dann im kommenden Jahr über die Bühne gehen.

Gewerbeaufsichtsamt mischt mit

Allerdings gibt es noch eine Hürde: Das Gewerbeaufsichtsamt in Lüneburg hat mitgeteilt, dass ein Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz abgewickelt wird. Die Antragsunterlagen liegen ab dem 22. November beim Gewerbeaufsichtsamt und bei der Gemeinde Wietze aus, sagte Sprecherin Christina von Mirbach. Dabei geht es unter anderem um den erwarteten Lärm und um Naturschutz.

Hintergrund der Wabco-Pläne ist, dass auf dem Gebiet des autonomen Fahrens geforscht und getestet werden muss. Wabco braucht eine größere Bahn. Das bisherige Oval weist Steilkurven auf. Die Lkw-Testfahrten sollen aber auf möglichst realistischen Strecken erfolgen. Dadurch soll ausgeschlossen werden, dass Testergebnisse durch zu große Neigungen der Straße oder durch zu große Druckverhältnisse verfälscht werden. Durch den Verzicht auf Steilkurven bei gleicher Testgeschwindigkeit ergibt sich die Notwendigkeit größerer Fahrbahnradien für die Testbahn.

Gemeinde steht hinter Wabco

Die Gemeinde hat sich mit den den Plänen des Lkw-Bremsenspezialisten arrangiert. "Insgesamt, das belegen einerseits die Abstimmungsergebnisse im Verfahren als auch die Wortbeiträge in den Gremien, steht die Kommunalpolitik hinter der Wabco", sagte Klußmann. Das Unternehmen sei seit vielen Jahren in Jeversen ansässig und anerkannt. Insbesondere die Forschungs- und Entwicklungsarbeit, die von Wabco zur Verbesserung der Verkehrssicherheit geleistet wird, genieße hohes Ansehen, heißt es im Wietzer Rathaus.

Bürger leiden unter Lärm

Klar ist aber auch, dass viele Bürger in Jeversen unter dem Lärm leiden, der von der Wabco-Testbahn und dem Contidrom ausgeht. Wabco änderte daher seine ursprüngliche Planung und verlegte die Erweiterung der Testbahn nach Süden. Außerdem soll ein Lärmschutzwall errichtet werden.

Conti-Erweiterung macht mehr Sorgen

Die von der Continental AG forcierte Erweiterung des Contidroms – der zweiten Teststrecke bei Jeversen – ist ebenfalls noch in der Planungsphase. Vielen Bürgern bereitet die Erweiterung dieser Teststrecke mehr Sorgen. Denn im Unterschied zur Wabco-Bahn sind dort quietschende Reifen zu hören. Die Gemeinde Wietze hat hier aber kaum Einfluss. Die Conti-Bauleitplanung wird im Heidekreis abgewickelt.

Nach Amtsinhaber Wolfgang Klußmann (CDU) hat nun auch Wietzes SPD-Chef Ingolf Klaassen erklärt, bei der Bürgermeisterwahl 2019 antreten zu wollen.

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