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Wietze Tierschützer blockieren Zufahrtswege zu Schlachthof in Wietze für mehrere Stunden
Celler Land Wietze Tierschützer blockieren Zufahrtswege zu Schlachthof in Wietze für mehrere Stunden
17:39 19.05.2014
Von Christoph Zimmer
Auf den Zufahrtswegen hatten die Aktivisten mehrere Autos abgestellt, um eine - Zulieferung zu der Fleischfabrik zu verhindern (großes Foto). In einem Fahrzeug - ketteten sich zwei Frauen ebenfalls vor der Hauptzufahrt zum Schlachthof - an einem mit Beton gefüllten Klotz mit ihren Armen an (kleines Foto). Quelle: Anne Friesenborg (2)
Wietze

Bei einer Protestaktion des Bündnisses für Tierbefreiung haben 22 Gegner des Schlachthofs in Wietze am Montag um 6 Uhr die beiden Zufahrtswege zum Gelände der Celler Land Frischgeflügel GmbH der Unternehmensgruppe Rothkötter für mehrere Stunden blockiert. Mehrere Menschen ketteten sich bei dem Protest fest und erschwerten dadurch die Räumung. „Es lief alles friedlich ab“, sagte Polizeisprecher Rüdiger Flader, „die Aktivisten waren sehr kooperativ.“ An der Protestaktion war laut Polizei niemand aus Celle beteiligt. Festnahmen und Verletzungen gab es nicht.

Auf den Zufahrtswegen hatten die Aktivisten mehrere Autos abgestellt, um eine Zulieferung zu der Fleischfabrik zu verhindern. Ein 45 Jahre alter Mann aus Bayern kettete sich an der Hauptzufahrt zum Schlachthof an einen blockierten Sattelauflieger. In einem Fahrzeug ketteten sich zwei Frauen ebenfalls vor der Hauptzufahrt zum Schlachthof an einem mit Beton gefüllten Klotz an, der durch den Fußraum des Autos mit der Fahrbahn verbunden war. Darum hatte sich eine Menschenkette gebildet, die mit Plakaten („Umweltzerstörung und Tierausbeutung unmöglich machen“) gegen den Schlachthof protestierte.

Zwei weitere Aktivisten ketteten sich mit ihren Armen in ein mit Beton gefülltes Fass, das an der Feuerwehrzufahrt mit dem Zaun verbunden war. Nachdem die Polizei die Aktivisten befreit hatte, konnte der Betrieb gegen 10.30 Uhr wieder vom Lieferverkehr angefahren werden. Verletzt wurde niemand. Festnahmen gab es keine. Der Verkehr wurde zwischenzeitlich umgeleitet.

Von den insgesamt 22 Schlachthofgegnern kam niemand aus dem Landkreis Celle. Neben dem Mann aus Bayern waren Personen unter anderem aus Hamburg und Hannover an der Protestaktion gegen den Schlachthof beteiligt. Die Tierschutzaktivisten schlossen sich den europaweit dezentralen Blockupy Protesten an. „Als Teil einer emanzipatorischen Bewegung sehen wir unsere Aktion im Zusammenhang mit diesen Auseinandersetzungen und stellen uns gegen die Ausbeutung und Tötung von Tieren, gegen die Entfremdungs- und Unterdrückungsprozesse, denen die in den Betrieben arbeitenden Menschen ausgesetzt sind“, hieß es in einer Pressemitteilung des Bündnis für Tierbefreiung. Außerdem setzten sie sich „gegen die mit der Fleischproduktion verbundenen Herrschaftsverhältnisse gegenüber Menschen aus kolonialistisch unterworfenen Ländern und gegen die Zerstörung der Umwelt“ ein. Europaweit gingen linke Demonstranten am Sonnabend in vielen europäischen Städten gegen soziale Ungerechtigkeit und die Macht der Banken auf die Straße.

Der Schlachthof gilt als einer der größten in ganz Europa. Mit zwei genehmigten Schlachtlinien besteht theoretisch eine Gesamtkapazität von rund 2,6 Millionen Hähnchen – pro Woche. In Betrieb ist aber nur eine Schlachtlinie. Derzeit arbeiten rund 830 Menschen in sozialversicherungspflichtigen Jobs im Wietzer Schlachthof.