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Wietze Überfall auf Discounter in Wietze vorgetäuscht
Celler Land Wietze Überfall auf Discounter in Wietze vorgetäuscht
18:14 03.02.2010
Von Simon Ziegler
Wietze

Von Simon Ziegler

WIETZE. Die Celler Polizei hat den vermeintlichen Überfall auf den Netto-Markt in Wietze aufgeklärt. Nach Angaben ihres Sprechers Christian Riebandt haben der 38-jährige Marktleiter und sein Stellvertreter den Raub fingiert. Dass zwei mit schwarzen Sturmhauben maskierte Täter mit einer Schusswaffe am Dienstagmorgen den Discounter in der Steinförder Straße überfielen, sei frei erfunden worden, sagte Riebandt.

Nachdem der Überfall gemeldet wurde, sei der in Oldau lebende Marktleiter zunächst als Opfer in Celle polizeilich vernommen worden. Gleichzeitig hätten Beamte die Ermittlungen vor Ort in Wietze aufgenommen. Dabei stellte sich heraus, dass der stellvertretende Marktleiter, der in Wietze lebte, noch am Dienstag aufgrund einer wirksamen Ausweisungsverfügung vom 11. Januar 2010 in die Türkei ausreisen sollte, sagte Riebandt weiter. Hintergrund sei eine Scheinehe gewesen.

Der 30-jährige Türke war am Dienstag auf dem Flughafen Köln-Bonn bereits ins Flugzeug gestiegen, wo ihn die von der Staatsanwaltschaft Celle eingeschaltete Bundespolizei durchsuchte. Nachdem zunächst eine kleine Menge Betäubungsmittel entdeckt wurde, seien in seinem Gepäck rund 10000 Euro Bargeld gefunden und sichergestellt worden.

Unterdessen brachte der Marktleiter in Celle die ganze Wahrheit ans Licht. Er sei gut mit seinem Stellvertreter befreundet gewesen. Damit dieser nicht ohne finanzielle Mittel in die Türkei ausreisen müsse, habe man den Raub auf den Discounter vorgetäuscht. Der Marktleiter habe eigene Schulden begleichen wollen. Der 38-Jährige führte die Beamten am Nachmittag zu seinem Versteck. Er hatte in einem kleinen Waldstück in der Nähe der Oldauer Schleuse seinen Teil der Beute – knapp 10000 Euro – im Schnee versteckt.

Dem geschädigten Netto-Markt werde die gesamte Summe zurückgegeben, kündigte die Celler Polizei an. Auf den Marktleiter warten nun Ermittlungsverfahren wegen des Vortäuschens einer Straftat und wegen Untreue. Der 30-jährige Türke wurde noch in der Nacht zu Mittwoch in die Türkei ausgeflogen.