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Wietze Verteidigung fordert Freispruch für Bode
Celler Land Wietze Verteidigung fordert Freispruch für Bode
17:40 29.11.2010
Wietze

LÜNEBURG. Rechtsanwalt Sigurd Buchweitz, einer der drei Verteidiger der Wietzerin, war nach einer Dreiviertelstunde mit seinem Plädoyer fertig und kam zu dem Schluss, dass Bode freizusprechen sei. „Sie hat die Tatbestände nicht erfüllt.“

Anders als die Staatsanwaltschaft, die in ihrem Plädoyer eine hohe Geldstrafe gefordert hatte, beschrieb Buchweitz die Vorgänge an den Wahltagen so, dass die ehemalige Altenheimchefin gar keinen Einblick auf die Wahlzettel der Wietzer Kommunalwahl 2006 hätte haben können, weil sie sich dazu über den Sichtschutz hätte beugen müssen, was keiner der Zeugen bestätigt habe – unabhängig davon, dass der hinzugezogene Psychiater nur einer einzigen Zeugin die Aussagefähigkeit attestiert hatte und allen anderen bestätigte, dass sie „keine hinreichende Zeugenfähigkeit“ aufwiesen. Wochenlang hatte die Kammer die zum Teil schwer an Demenz erkrankten Bewohner in den Zeugenstand geladen, um die Vorgänge aufzuklären. Der psychiatrische Gutachter Christian-Uwe Rutetzki war bei allen Befragungen zugegen, um die Aussagefähigkeit zu beurteilen und konnte nur bei einer Zeugin uneingeschränkte Zeugenfähigkeit feststellen. „Diese Zeugin hat eindeutig gesagt, dass die Angeklagte nicht auf den Wahlzettel geschaut habe, als sie ihr Kreuz gemacht hat“, betonte Buchweitz. Vorsorglich, falls das Gericht zu einer anderen Auffassung käme, beantragte er eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Falls jedoch dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft gefolgt würde, wollte Buchweitz sichergestellt haben, dass die Höhe des Tagessatzes an den realen Einkommensverhältnissen der inzwischen im Ruhestand befindlichen Angeklagten bemessen werden sollte. Das Urteil soll am kommenden Dienstag verkündet werden.

Von Angelika Jansen