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Wietze Wacholderpark: Umstrittene Straße in Hornbostel geplant
Celler Land Wietze Wacholderpark: Umstrittene Straße in Hornbostel geplant
11:24 16.06.2017
Von Simon Ziegler
Asphaltieren oder nichts machen: Über den Tannenpark fahren Anlieger ins Wochenendgebiet Wacholderpark. Quelle: Anne Friesenborg
Hornbostel

Petra Block ist strikt gegen die Straße. „Die Straße ist völlig unnötig“, sagt die 58-jährige Hannoveranerin, die fast ihr ganzes Leben die Wochenenden im Wacholderpark verbringt. Das Gebiet liege mitten im Wald, nebenan sei ein Naturschutzgebiet. Die Mehrheit der Anwohner sei gegen die Straße. „Der Tenor aus allen meinen Gesprächen mit Nachbarn und auch Besuchern ist deutlich. Eine Veränderung wird nicht für nötig erachtet.“ Im Moment ist die Straße ein recht fester Schotterweg.

Es geht natürlich auch ums Geld. Bei einem Ausbau der Straße müssen die Eigentümer zahlen. Das sind nach Gemeinde-Angaben sieben Verpächter. Die Anwohner befürchten wiederum, dass die Eigentümer die Kosten über die Pachtverträge auf die Pächter umlegen.

Der Campingplatz Wacholderpark könnte gar für immer schließen. Für ihn sei der Ausbau existenzgefährdend, sagt Campingplatzinhaber Karl-Heinz Hemesath. „Für mich bedeutet die Straße den finanziellen Ruin“, sagt er. Die höheren Kosten könne er nicht auf die Jahrespächter umlegen, weil die sich dann einen anderen Campingplatz suchen würden. Hemesath fürchtet, dass er aufgrund der Größe des Grundstücks mehrere zehntausend Euro für den Straßenausbau zahlen müsste. Das könne er nicht. Dann müsste er wohl schließen.

Andere Anlieger hingegen sind für die Straße. Unter ihnen sollen auch die Vertreter der Interessengemeinschaft Wacholderpark sein. Dem Vernehmen nach begrüßen vor allem diejenigen, die dauerhaft dort wohnen, die Straße. Im Wacholderpark wohnen derzeit 162 Menschen.

Der Ortsrat Hornbostel hat sich klar positioniert. Einstimmig votierte das Gremium dafür, die Straße zu bauen. Für das Gremium geht es in erster Linie um die Verkehrssicherheit. In dem Wochenendgebiet leben inzwischen auch schulpflichtige Kinder. Auch in der dunklen Jahreszeit und bei schlechten Witterungsbedingungen müssen sie die Straße nutzen können. Jetzt sei der unbefestigte Weg eine Schlagloch-Piste. Auch ein Notarzt muss dort vielleicht mal im Dunklen lang fahren – genügend Gründe, die Straße endlich zu bauen, befand der Ortsrat. Zumal das Thema schon seit dem Jahr 2009 auf dem Tisch liegt.

Bei der Gemeinde Wietze sieht man das ähnlich. „Wir haben schon seit vielen Jahren einen erheblichen Unterhaltungsbedarf“, sagt Bürgermeister Wolfgang Klußmann. 5000 Euro koste es jährlich, die Schlaglöcher notdürftig zu flicken. Auch andere Versuche, zu einer zufriedenstellenden Lösung zu kommen, sind fehlgeschlagen. So sei der Vorschlag, die Straße den Eigentümern zu verkaufen, wieder verworfen worden.

Nach Darstellung der Verwaltung würde der Ausbau etwa 400.000 Euro kosten. 360.000 Euro müssten von den Anliegern getragen werden.

Noch komplizierter wird die Gemengelage dadurch, dass der erste, kleinere Teil des Tannenparks auf Winser Seite liegt. Die Gemeinde Wietze kann nur den Wietzer Teil der Straße herrichten. Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann sagte der CZ, dass die Winser verwaltungsseitig dem Ausbau positiv gegenüber stünden. Erst wolle man aber die Wietzer Beschlüsse abwarten. Der Wietzer Rat will am Dienstag, 20. Juni (19 Uhr, Dorfhaus Wieckenberg), eine Entscheidung treffen.