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Wietze Was wird aus Dea-Gelände in Wietze?
Celler Land Wietze Was wird aus Dea-Gelände in Wietze?
16:47 12.11.2010
Von Simon Ziegler
Raffinerie-Straße in Wietze Quelle: Peter Müller
Wietze

Die letzten Mieter zogen Mitte 2009 aus, Anfang dieses Jahres wurde das letzte Haus auf dem Gelände der ehemaligen Raffinerie in Wietze in der Nähe des Erdölmuseums abgerissen. Und auch die Sanierung des mit Ölresten verunreinigten Bodens ist inzwischen abgeschlossen. Dort war in einer Tiefe von 1,50 Meter Ölschlamm auf den Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 15000 Quadratmetern gefunden worden. Die Sanierung der Fläche im Besitz des Energiekonzerns RWE-Dea wurde Mitte des Jahres beendet, teilte Dea-Sprecher Derek Mösche mit. Inzwischen wurde dort Rasen gesät.

Was mit dem Gelände in Zukunft passieren soll, ist aber immer noch nicht geklärt. Eine Entscheidung darüber, ob das Unternehmen verkaufen, verpachten oder etwas Neues bauen wird, sei noch nicht getroffen worden. „Es ist noch nichts Konkretes in Planung“, sagte Mösche der Celleschen Zeitung. Gespräche mit der Gemeinde über die künftige Nutzung hat es nicht gegeben, teilte auch das Wietzer Rathaus mit. Die angrenzenden Häuser neben dem Dea-Gelände – sie sollen alle um 1910 gebaut worden sein – seien allesamt in Privathand und noch bewohnt, sagte der Wietzer Bauamtsleiter Wolfgang Lehrich.

Dass das Dea-Gelände einmal als Baugebiet ausgewiesen werden könnte, erscheint derzeit als ziemlich unwahrscheinlich. Selbst wenn durch den Geflügelschlachthof des Rothkötter-Konzerns in der Gemeinde mehrere hundert Arbeitsplätze geschaffen und dadurch auch die Nachfrage auf dem Immobilienmarkt steigen sollte, gibt es derzeit keinen Bedarf an neuem Bauland, sagt Lehrich. Denn nach wie vor ist der Leerstand in der Erdöl-Gemeinde ziemlich hoch. Eine Erhebung vor einigen Jahren hat zum Ergebnis gehabt, dass es in Wietze und seinen Ortsteilen deutlich über 250 Baulücken gibt, etwa im Baugebiet „Im Langen Felde“ im Ortskern. Seitdem sei verhältnismäßig wenig gebaut worden, so Lehrich.

Auch auf dem für potentielle Schlachthof-Mitarbeiter deutlich interessanteren Wohnungsmarkt sieht es ähnlich mau aus. Zwar liegen in der Gemeindeverwaltung keine konkreten Zahlen vor, doch auch im Bereich der Mietwohnungen soll es erheblichen Leerstand geben, so das Bauamt. Daher sei momentan nicht damit zu rechnen, dass neue Mietshäuser für Rothkötter-Angestellte hochgezogen werden. „Darüber haben wir uns noch keine Gedanken gemacht“, sagt Lehrich.