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Wietze "Wieckenberg ist ein schickes Dörfchen"
Celler Land Wietze "Wieckenberg ist ein schickes Dörfchen"
17:39 10.11.2018
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Wieckenberg

Viel schöner kann man nicht wohnen. Uta und Peter Höhne leben zwischen den beiden Kultur-Hotspots von Wieckenberg. Links ist der Büchtmannshof, gegenüber die Stechinelli-Kapelle. "Das hat nicht jedes Dorf. Das Ambiente muss unbedingt erhalten werden", sagt Uta Höhne, während sie das Laub auf dem Grünstreifen neben ihrem Haus harkt.

Sie und ihr Mann leben eine halbe Ewigkeit in dem Wietzer Ortsteil. In den 70er Jahren zogen sie in den Ort, in dem heute gut 1000 Menschen ihr Zuhause haben. Die Höhnes sind tatkräftige Leute, die sich für ihre Heimat engagieren. Uta ist seit fast 30 Jahren die Vorsitzende der Wietzer Foto-Freunde. Und bei der Handvoll Wieckenberger sind sie ebenfalls dabei – ein Verein, der kulturelle Veranstaltungen organisiert und sich um das Miteinander im Dorf kümmert. Beim selbstgemachten Pflaumenkuchen kommt auch ihr Mann ins Plaudern. "In erster Linie ist es das Idyllische, das ich hier schätze", sagt Peter Höhne, der einst als Chemotechniker bei der Dea in Wietze gearbeitet hat. "Eine wichtige Sache ist, dass wir hier keine Durchgangsstraße haben. Das bringt Ruhe ins Dorf." Es gibt zwar eine Kopfsteinpflasterstraße Richtung Fuhrberg. Aber da fahren nur die Einheimischen entlang.

Ruhe hat Manfred Villmann dagegen nicht ins Dorf gebracht. Der Seniorchef der Winser Villmann-Gruppe, die im Bereich der Instandhaltung von Güterwaggons ihr Geld verdient, hat innerhalb kürzester Zeit Wieckenberg im Celler Kulturkalender etabliert. Regelmäßig finden klassische Konzerte in einer umgebauten Scheune statt. "Ich wollte hier etwas machen, das in irgendeiner Weise etwas Besonderes ist", sagt der 75-Jährige. "Weltklassik" heißt die Musik-Reihe an jedem dritten Sonntag im Monat, die für anspruchsvolle und hochwertige Unterhaltung steht. "Wieckenberg ist ein schickes Dörfchen. Es hat verdient, dass man es nach vorne bringt", meint Villmann. In dem topsanierten alten Bauernhof – die Anfänge der Hofstelle gehen wohl ins 17. Jahrhundert zurück – finden viele Feste statt. "Im Sommer hatten wir acht bis zehn Veranstaltungen im Monat", sagt Mechthild Iseke, die gastronomische Leiterin. Vor allem werden im Büchtmannshof Hochzeiten und runde Geburtstage gefeiert. Denn was kann es Schöneres geben, als in der Stechinelli-Kapelle zu heiraten und dann auf dem Büchtmannshof zu feiern? Die Kapelle gilt als eine der beliebtesten Hochzeitskirchen im Kreis Celle. Vor ein paar Jahren wurde das Gotteshaus aus dem Jahr 1699 saniert, alte Wandmalereien restauriert.

Doch Wieckenberg ist viel mehr als Stechinelli und Büchtmannshof. Traditionell ist der Ort ein Pferdedorf. Vor acht Jahren hat Martina Kapitzke das Islandpferdegestüt Alfalundur aufgebaut. Sie hält auf den weitläufigen Wiesen am südlichen Ortsrand viele Islandpferde, die Freydis, Gammur oder Glaumur heißen. "Die Idee ist nach und nach entstanden. Das hat sich so ergeben", sagt Kapitzke. Heute ist ihr Hof ein über die Grenzen Wietzes hinaus bekannter Zuchtbetrieb und eine Reiterschule. Viele Gäste kommen aus Celle und Hannover. Kapitzke, die lange im Raum Hannover lebte, zog Ende der 1990er Jahre ins kleine Wieckenberg. "Die Natur hier ist wunderschön", sagt sie.

Wie viele Dörfer hat sich auch Wieckenberg in den vergangenen Jahren verändert. Die Landwirtschaft spielt nurmehr eine Nebenrolle. Es gibt noch einen landwirtschaftlichen Betrieb, der in der Milchviehhaltung unterwegs ist. Ein Pachtbetrieb hat Mastrinder. Das war es. Auch Pferde gab es früher noch viel mehr, berichtet Peter Höhne, der Dea-Mann. Denn als die landwirtschaftlichen Höfe abgewickelt wurden, gab es zunächst etliche Pferde-Pensionen. Manche verschwanden wieder, das dörfliche Leben ist stetiger Wandel. Heute steht Wieckenberg für Natur und für Tiere, für Kultur und Events. Ein lebendiges Dorf eben.

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