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Wietze Wieckenberger restauriert historischen Stall
Celler Land Wietze Wieckenberger restauriert historischen Stall
16:58 26.12.2016
Wieckenberg

„…20 – 21 – 22“, zählt Burmeister laut seine raumgreifenden Schritte, während er den Laubengang des Stallgebäudes abgeht. Von Ständer zu Ständer bis zum Eingang neben dem Stechinellitor. „Stallgebäude mit Längsdurchfahrt“ und „Baudenkmal: Stall 17. Jh.“ ist in den behördlichen Papieren zu lesen, die verdeutlichen, dass das Gebäude Teil des ehemaligen Gutshofes von Francesco Maria Capellini, genannt Stechinelli ist. Direkt neben der 1692 errichteten Stechinelli-Kapelle. „In Wieckenberg erinnern an die glanzvolle Zeit die Reste des damaligen Gutsparks. In der Art des französischen Gartens in Celle umgab der Park die früheren Gutsgebäude“, zitiert Burmeister aus dem „Speicher“, dem Heimatbuch für den Landkreis Celle.

„Mit einem Mix aus Mut, Neugierde und Vertrauen kann es gelingen, ein Baudenkmal zu erhalten und anschließend mit Leben zu füllen“, sagt Burmeister. Der ehemalige Steuerberater wohnt seit 1981 in Wieckenberg. „Da muss man sich einigen“, empfiehlt der Eigentümer zur Zusammenarbeit mit den Denkmalschutzbehörden. Die rechtzeitige und sachliche Kommunikation mit der Denkmalbehörde sei ein wesentliches Kriterium für eine erfolgreiche Sanierung, findet der 69-Jährige, „in der Regel geht es gut aus. Und es gibt gute Zuschüsse“, weist Burmeister auf die Finanzierung seines Projektes hin: Immerhin übernimmt die Denkmalpflege bei Gesamtkosten von zirka 20.000 Euro rund 12.000 Euro als Festbetragsfinanzierung. Die Bauarbeiten an dem Vierständerfachwerkbau mit offenem Gefüge an der Außenwand der Unterfahrt müssen allerdings bis Ende September kommenden Jahres realisiert worden sein.

Der Schafstall ist Teil der rund vier Hektar großen klassischen Parkfläche mit Gutshaus und Allee. Seit 2013 veranstaltet Burmeister in dem von ihm so bezeichneten Stechinelli-Carré kulturelle Abende und Events. „Ich habe ein Faible für Kultur und die Frage ist ja, wie kriege ich ein Baudenkmal belebt“, sagt der Eigentümer und verweist auf interessante Musikabende in ungewöhnlicher Atmosphäre.

Zunächst aber sind die Zimmerleute dabei, die tragenden Rähmbalken zu erneuern, abgängige Eckständer, Riegel, Schwellen, Streben und Türstiele auszutauschen und ein Fenster und zwei Türen mit Oberlichten einzubauen. Einige Gefache werden ausgemauert. „Natürlich beachten wir bei allem den Denkmalschutz sehr genau“, sagt Burmeister und unterstreicht, dass ohne die finanzielle Beteiligung der Denkmalschutzbehörde eine Realisierung nicht finanzierbar gewesen wäre.

Von Lothar H. Bluhm