Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wietze Wien im Büchtmannshof
Celler Land Wietze Wien im Büchtmannshof
12:55 24.04.2018
Dietmar Sanders (Bariton) und Johannes Nies (Flügel) im Büchtmannshof Wieckenberg Quelle: Doris Hennies
Wieckenberg

Klassisch ging es los mit Beispielen aus den Liederzyklen des Wiener Komponisten Franz Peter Schubert. Längst sind die bekanntesten Gedichtvertonungen aus der „schönen Müllerin“, der „Winterreise“ und dem „Schwanengesang“ zu Volksweisen und beliebten Chorstücken geworden: „Das Wandern ist des Müllers Lust“, „Am Brunnen vor dem Tore“, „Leise flehen meine Lieder“. Sander und Nies präsentierten die Lieder lebendig-gefühlvoll und unprätentiös – ohne „geknödel“ ober überstilisiert – eben pur und authentisch.

Dass Schubert nicht nur Melancholisches, sondern auch Ausgelassenes komponieren kann, dokumentierte Sander mit der„Dithyrambe“ – ein opulentes Trinkgelage griechischer Götter auf Erden aus der Feder Schillers. Die lebenslustige Interpretation des Baritons gab einen guten Vorgeschmack auf den zweiten Teil nach der Pause.

Und die wurde walzerselig eröffnet mit einem Abstecher ins silberne und goldene Operettenzeitalter Wiens ab der Jahrhundertwende, in der Johann Strauss (Sohn) zum Star des Wiener Opernhause wurde, mit seinen Operetten „Eine Nacht in Venedig“, „Die Fledermaus“ und „Der Zigeunerbaron“. Aus dem freute sich das Publikum über das temperamentvolle Werberlied „Her die Hand – es muss ja sein….“ Da hielt es den Sänger auch nicht mehr am Platz neben dem Flügel. Einmal mehr bewies er sein Unterhaltungstalent, schlüpfte in die Rolle und warb feurig um die Gunst der Zuhörer, unter die er sich mischte – stets am Flügel begleitet von seinem wunderbar einfühlsamen Pianisten Johannes Nies.

Solcher Gruppendynamik konnte und wollte man sich nicht entziehen. Erst wurde geschunkelt, dann im Rhythmus geklatscht und schließlich sogar begeistert mitgesungen. Zur Arie aus „Gasparone“ von Carl Millöcker „Dunkelrote Rosen schenk ich schönen Frau’n…“ gab es zwar nur Tulpen – aber die verteilte der Charmeur sehr galant. Der Wiener Schmäh stand ihm gut und brachte ihn, mit Handkuss und Weinglas in der Hand, übers Genre Wienerlied wieder zur Operette, von Franz Lehár bis Robert Stolz.

Von Doris Hennies

Schwarzer Freitag für die Gemeinde Wietze: Gestern teilte die Verwaltung mit, dass für den geplanten Bürgersaal im neuen Rathaus und den Umbau der Schule keine EU-Fördermittel bewilligt wurden. Damit fehlt für das Großprojekt rund eine Million Euro. Der Gemeinderat wird nun in einer eilig einberufenen Sitzung am kommenden Dienstag erneut über das Großprojekt beraten. Das neue Rathaus selbst steht nicht zur Debatte. Es geht abermals um die Frage, ob unter diesen Voraussetzungen noch ein großer Bürgersaal oder doch ein kleiner Ratssaal gebaut werden soll – es ist genau die Frage des Bürgerentscheids von Anfang Februar.

Simon Ziegler 20.04.2018

Spektakuläre Filmproduktion in Wietze: Drei Tage lang haben diese Woche Schauspieler in der Villa Steinförde gedreht. „Sie hatten keine Wahl“ heißt der Film, der im Herbst in der ARD und auf Arte gezeigt werden soll. „Im November blicken wir auf 100 Jahre Frauenwahlrecht zurück“, sagt Regisseurin Annette Baumeister, die auch das Buch zum Film geschrieben hat.

Simon Ziegler 19.04.2018

Energieversorger unterstützt Museum: Die Celle-Uelzen Netz GmbH (CUN), ein Tochterunternehmen der SVO, hat dem Deutschen Erdölmuseum in Wietze einen hölzernen Mast für den Erhalt eines ehemaligen Ölförderturms zur Verfügung gestellt. Dachdeckermeister Walter Hesse aus Wietze half gestern unentgeltlich bei der Montage des Mastes.

Simon Ziegler 11.04.2018