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Wietze Wietzer Rat stimmt für große Rathaus-Lösung
Celler Land Wietze Wietzer Rat stimmt für große Rathaus-Lösung
15:36 01.03.2017
Von Simon Ziegler
Hier steht eine Bildunterschrift Quelle: Foto:
Wietze

In einer intensiven Debatte tauschten die beiden Blöcke ihre Argumente aus. Bürgermeister Wolfgang Klußmann sagte zu Beginn der Sitzung, dass es für den Bürgersaal eine Fördersumme von bis zu 500.000 Euro geben könnte. "Ein Haus für die Bürger ist das Ziel der 'Neuen Mitte', nicht ein reiner Verwaltungsbau", sagte Klußmann. In einem Bürgersaal könnten zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. "Lassen Sie uns deutlich machen, auch über die Grenzen unserer Gemeinde hinweg, dass Wietze im Aufbruch ist", appellierte er an seine Ratskollegen, für die große Lösung zu stimmen.

Der neue Bürgersaal soll im Erdgeschoss des neuen Rathauses für rund 200 Besucher gebaut werden. Die genaue Größe steht noch nicht fest. Der Saal könnte schon für 300.000 Euro zu bekommen sein, glaubt der Verwaltungschef. Seine Rechnung: 500.000 Euro Mehrkosten plus technische Ausstattung minus Fördermittel. Berücksichtigt man, dass der Bau über 80 Jahre abgeschrieben wird, bleibe ein jährlicher Betrag von 3750 Euro für den Bürgersaal. "Ich glaube, das ist eine Größenordnung, die der Haushalt tragen kann", so Klußmann.

"Wir reden von einer strategischen Entscheidung für die nächsten Jahrzehnte. Wir brauchen einen Bürgersaal, in dem Veranstaltungen stattfinden können", pflichtete CDU-Ratsherr Benjamin Pawlak bei.

Dagegen bemängelte SPD-Fraktionschef Helmut Kersting, dass kein Nutzungskonzept für den Bürgersaal vorliegt. "Wenn nur einmal im Jahr eine Großveranstaltung darin stattfindet, dann trägt sich so ein Saal nicht", argumentierte der Sozialdemokrat. Zudem könnten die Betriebskosten aus dem Ruder laufen.

Christine Burmeister (Grüne) kritisierte, dass der Rathaus-Bau immer teurer wird. Sie erinnerte daran, dass der Verwaltungssitz ursprünglich sechs Millionen Euro kosten sollte. Inzwischen liegen die Kosten bei über acht Millionen Euro. Dazu kommen die Kosten für den Umbau der Schule, die mit zwei Millionen Euro angesetzt waren. "Ich werde auf jeden Fall gegen den großen Bürgersaal stimmen", sagte sie.

Insgesamt könnten für das gesamte Vorhaben 1,1 Millionen Euro an Fördermitteln zusammenkommen. Für das Rathaus selbst gibt es zwar keine Zuschüsse, doch neben dem Bürgersaal könnten auch der Schulumbau und die Außenanlagen bezuschusst werden, erläuterte Klußmann. Entsprechende Signale habe es vom Amt für Regionale Landesentwicklung in Verden gegeben.

Der Rat hat am Dienstag auch über das Vergabeverfahren entschieden. Das Großprojekt soll komplett an ein Unternehmen vergeben werden. Die Verwaltung hätte sonst alle Aufträge einzeln vergeben müssen.

SPD und Grüne stellten trotz ihrer Kritik nicht den Rathaus-Neubau infrage. Dieser sei notwendig, was sie schließlich mit ihrem Votum deutlich machten. Sie votierten für die Vergabe an einen Unternehmer und für den Umbau des Schulgebäudes.