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Wietze Wietzer Schlachthof braucht mehr Platz
Celler Land Wietze Wietzer Schlachthof braucht mehr Platz
09:18 30.11.2014
Von Simon Ziegler
Mehr Produkte, mehr Platz: Der Rothkötter-Konzern hat den Antrag gestellt, das Schlachthof-Gebiet durch Aufstellung eines eigenständigen Bebauungsplanes nach Süden zu erweitern. Quelle: Anne Friesenborg
Wietze

Die Zeichen im Wietzer Schlachthof stehen offenbar auf Expansion. Weil die Celler Land Frischgeflügel GmbH inzwischen einen höheren Platzbedarf hat, wurde der Antrag gestellt, das Plangebiet für den Bebauungsplan Trannberg nach Süden zu erweitern. Hintergrund ist nach Angaben von Bürgermeister Wolfgang Klußmann, dass die Produktvielfalt des Unternehmens zugenommen hat. „Es gibt zahlreiche neue Produkte, die auf dem Markt gut angenommen werden“, sagte er. Die Herstellung dieser zusätzlichen Hähnchenerzeugnisse im Bereich der Fertigprodukte stelle sowohl für die Produktion als auch für Verpackung und Versand erhebliche Raumanforderungen dar.

Am Donnerstag hat sich der Infrastrukturausschuss der Gemeinde Wietze mit dem Vorhaben des Rothkötter-Konzerns befasst. Dieser hat den Antrag gestellt, das Plangebiet des Bebauungsplanes durch die Aufstellung eines eigenständigen Bebauungsplanes nach Süden zu erweitern. Es handelt sich um Flächen, die von Rothkötter bereits als Optionsflächen erworben wurden. Der Ausschuss votierte bei acht Ja-Stimmen für den Antrag. Es gab eine Gegenstimme, die von Claus-Friedrich Schrader (Grüne) kam.

Eine nennenswerte Debatte im Infrastrukturausschuss fand nicht statt. „Es ist sinnvoll, dass in dem Komplex in Wietze alles hergestellt wird und nicht das eine in Wietze und das andere in Hannover“, sagte Udo Tiedemann von den Unabhängigen Wietzern. Die Gruppe entstand ursprünglich aus dem Schlachthof-Protest, die Ratsfraktion sieht die Dinge aber inzwischen offenbar anders. Axel Rubner (CDU) kritisierte die BI Wietze. Die Firma Rothkötter betreibe eine „nachfrageorientierte Politik“. Die Bürgerinitiative „konterkariert das, was die Bevölkerung will“, sagte er. Schrader nannte Rubners Bemerkung einen „dümmlichen Kommentar“.

Zur Größe des geplanten Lagergebäudes konnte Klußmann am Freitag gegenüber der CZ nichts sagen. Es gehe um planerische Voraussetzungen, er wisse nicht, ob die Planung des Konzerns schon so detailliert sei. Er vermutet, dass „dort eine Halle gebaut wird“. Der Wietzer Verwaltungschef sagte, dass er keine Kenntnis davon habe, dass es konkrete Pläne gibt, die zweite, genehmigte Schlachtlinie zu bauen. Das Unternehmen habe immer betont, dass die Errichtung der zweiten Linie vom Markt abhänge. „Fakt ist, die Nachfrage steigt“, so Klußmann.

Die BI Wietze war am Donnerstag nicht vertreten. „Für uns wäre es interessant, wenn die Schlachtkapazität erhöht werden soll. Das ist aber nicht der Fall“, sagte die Vorsitzende Uschi Helmers. Sie betonte, dass es Rothkötter kaum gelungen sei, mit Mästern aus der Region zusammenzuarbeiten. Die Bürgerinitiative habe Informationen, dass Hähnchen aus Polen über die Ostsee nach Dänemark und von dort nach Wietze geliefert werden. Nach wie vor treffen sich Schlachthof-Kritiker montags zur Mahnwache am Konzerngelände. Die Bürgerinitiative hat derzeit noch rund 750 Mitglieder, sagte Helmers.

Im Schlachthof arbeiten momentan rund 800 Menschen. Die Firma zahlt inzwischen Gewerbesteuer in Wietze.