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Wietze "Wir leben": Wietzer Grundschule entwickelt Zukunftspläne
Celler Land Wietze "Wir leben": Wietzer Grundschule entwickelt Zukunftspläne
18:07 30.07.2014
Von Simon Ziegler
"Die Welt ist bunt": Unter diesem Motto hat die Grundschule Wietze kürzlich ihr Schulfest gefeiert.  Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wietze

"Wir wurden schon von Eltern angesprochen, es lohne sich nicht mehr, ihre Kinder hier anzumelden, weil die Schule angeblich bald schließen wird", berichtet Marita Covolo, Leiterin der Wietzer Grundschule. Auch im Sekretariat hätten besorgte Eltern angerufen. Denn nach den Schlagzeilen, dass die Wietzer Außenstelle der Winser Oberschule im Jahr 2016 wegen zu niedriger Anmeldezahlen geschlossen wird, haben dem Vernehmen nach manche Väter und Mütter geschlussfolgert, dass dann auch das Ende der Grundschule eingeläutet werde.

Dem ist selbstverständlich nicht so, stellt Covolo klar. "Wir leben noch, wir sind da", sagte sie. Rund 290 Schüler besuchen derzeit die Einrichtung, die Grundschule Wietze sei damit eine der größten im Landkreis Celle.

Die Celler Kreispolitik hatte im Juni entschieden, dass der Oberschulen-Ableger zum Ende des Schuljahres 2015/2016 geschlossen wird. Hintergrund war, dass die Anmeldezahlen zuletzt stark gesunken waren und sich viele Eltern selbst für die Schließung der Außenstelle ausgesprochen hatten, damit ihre Kinder in der immer kleiner werdenden Schule keine Nachteile haben. Künftig werden die Kinder auf die weiterführenden Schulen nach Celle und Winsen gehen.

Nach dem Beschluss zur Auflösung der Außenstelle war in Wietze darüber nachgedacht worden, ob nicht die Gemeindeverwaltung aus dem maroden Rathaus aus- und in die dann leeren Schulräume einziehen könnte. „Das Rathaus ist eine Option", hatte Bürgermeister Wolfgang Klußmann zur möglichen Nachnutzung gesagt.

Die Grundschule soll davon aber nicht betroffen sein, sie wird bleiben, wo sie heute ist. "Dass das Rathaus umziehen muss, ist mir klar", sagte Schulleiterin Covolo. Sie verstehe den Bürgermeister, es hätten auch schon Gespräche stattgefunden.

Doch das ist noch Zukunftsmusik, die Realität ist der Schulalltag. Mit einem Schulfest Anfang des Monats hat die Schule ihre Lebendigkeit gezeigt. "Wir haben Werbung für uns gemacht", sagte Covolo. Die Schulleiterin und ihr Team haben in den kommenden Jahren eine Menge vor. Denn an dem Standort, wo bis vor wenigen Jahren Grund-, Haupt- und Realschule sich die Gebäude teilen mussten, dürfte künftig die Grundschule mehr Platz zur Entfaltung haben – Rathaus hin oder her. Covolo spricht von Visionen. So soll auf dem Schulgelände eine neue Spielelandschaft mit einem Klettergerüst im futuristischen Design gestaltet werden. Zudem soll der Ganztagsbetrieb gestärkt werden, die Kinder bräuchten auch Ruheräume.

Das Schulfest stand unter dem Motto „Masala, die Welt ist bunt". Masala sei eine Gewürzmischung und genauso vielseitig, würzig und scharf wie die Gemeinschaft an der Schule, hieß es zur Erklärung. Für den Schulförderverein und das Projekt „Schulhof" kamen knapp 2500 Euro zusammen.