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Wietze Wolf soll in Hornbostel drei Schafe gerissen haben
Celler Land Wietze Wolf soll in Hornbostel drei Schafe gerissen haben
13:22 09.03.2015
Drei Kamerun-Schafe von Ralf Winkler wurden in der Nacht (wohl) von einem Wolf in Hornbostel gerissen. Quelle: Anne Friesenborg
Hornbostel

Als Ralf Winkler am Samstag gegen Mittag seine Kamerunschafe füttern will, leben von den elf Tieren nur noch acht. Er findet zwei tote Tiere auf der Wiese und ein weiteres in einem kleinen Waldstück. Ein Tier auf der Wiese ist bereits teilweise ausgeweidet.

Ralf Winkler ist Jäger, ruft seine erfahrenen Kollegen heran und alle sind sich sicher: So wie hier getötet wurde, kann es nur ein Wolf gewesen sein. Die Tiere wurden durch einen Kehlbiss niedergestreckt, die Fährte ist eindeutig. Das Ganze muss in der Nacht passiert sein, gehört hat es niemand. Die Schafe sind bei Gefahr eher ruhig und schreien nicht, weiß der Tierhalter.

Winkler tut es in der Seele weh, seine Schafe so zu sehen. „Die Tiere sind mein Hobby, sie sind handzahm geworden“, sagt er. In der Nacht sind die Schafe immer im frei zugänglichen Stall, der Wolf muss sie rausgetrieben haben. Drei hat er dann erwischt, ein weiteres Tier ist leicht verletzt. In der Vergangenheit hatte sich bereits Schwarzwild unter dem Zaun durchgedrückt – diese Lücke wird jetzt wohl auch der Wolf genutzt haben.

Der Hobbytierhalter ist beunruhigt, dass ein Wolf in einem Wohngebiet Schafe reißt. Das Areal für die Schafe ist zwar 6000 Quadratmeter groß, aber zum größten Teil von Wohnhäusern umgeben. Ganz in der Nähe gibt es einen Platz, wo Kinder spielen. Am Ortseingang von Hornbostel in Richtung Winsen waren kürzlich zur Mittagszeit zwei Wölfe dabei beobachtet worden, wie sie die Straße überquerten.

Mehrere Stunden versuchte Ralf Winkler am Samstag Ansprechpartner zu finden, die ihm Informationen geben konnten, wie er sich verhalten sollte. Gegen Abend kam Wolfsberater Volkhard Pohlmann aus Groß Hehlen nach Hornbostel, um DNA-Proben zu nehmen. Noch am Abend wurde eine Wildkamera im Gehege installiert, denn Winkler ist sich sicher: Der Wolf kommt wieder.

Von Anne Friesenborg