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Winsen 59.000 Euro für Straßenkarte
Celler Land Winsen 59.000 Euro für Straßenkarte
18:10 08.03.2012
Winsen (Aller)

Runde 200 Kilometer Straße unterhält die Gemeinde Winsen, da verliert sich schon einmal der Überblick. Damit der Bauausschuss nicht mehr mit dem Fahrrad durch den Ort muss und die Reparaturbedürftigkeit nach Schlaglochtiefe beurteilt, soll in den kommenden Jahren ein „Straßenunterhaltungsmanagement“ angeschafft werden. Das Ergebnis nennt sich im Verwaltungs-Jargon „Straßenzustandskataster“. Bauamtsleiter Berthold Walter: „Das sagt uns auf Knopfdruck, wie groß der Sanierungsstau ist.“ Wietze und Hambühren denken ebenfalls über das System nach.

9000 Euro kostet die Software, 50.000 Euro die Analyse der Straßen. Winsens Bürgermeister Dirk Oelmann und Bauamtsleiter Walter sprachen sich deutlich für die Software aus; der Bauausschuss sagte in der vergangenen Woche Nein. Zentrales Argument: „Der Haushalt hat in den nächsten vier Jahren kein Geld für Straßen“, sagte Wilhelm Redeker (UWG).

„In den vergangenen Jahren haben wir uns aufs Rad geschwungen und sind durchs Dorf gefahren“, sagte Gertrud Reimchen. Sie befürwortete die Anschaffung des Straßenmanagements. „Hier wird viel zu viel nach Bauch entschieden“, beklagte Oelmann und wünschte sich eine „Grundlagenermittlung mit verwertbaren Daten“.

„In großem Umfang kaputt gespart“, habe Winsen sein Straßenvermögen in den vergangenen Jahren, beklagte Walter. So sei in den vergangenen Jahren auch dort repariert worden, wo eine Straße eigentlich nicht zu retten gewesen sei.

Winsen wird in diesem Jahr einen neuen Tiefbauingenieur einstellen, „der soll das mit angehen“, regte Christian Peters (CDU) an. Der neue Mann im Winser Rathaus müsse sich jedoch zunächst einarbeiten, gab Walter zu bedenken. Peters setzte sich mit seinem Antrag durch, erst im kommenden Jahr wieder über das Straßenprogramm nachzudenken.

Auch in Hambühren ist das System vorerst vom Tisch. „Ich möchte es“, sagte gestern Bürgermeister Thomas Herbst. „Die Zustandserfassung ist mit 50.000 Euro ziemlich happig.“ Herbst hofft auf günstigere Angebote, bislang hatte es nur ein einziges gegeben. Außerdem könnte die Analyse im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit mit Winsen und Wietze günstiger werden.

Im Flotwedel ist man zufrieden mit dem Straßeninformationssystem (SIS), berichtet Verwaltungsvize Hans-Hermann Schulz. 185,811 Kilometer Straßen werden dort betreut, 2010 kostete Aktualisierung der Daten 18.000 Euro. „Es ist ein gutes Instrument, um sich nicht kaputt zu sanieren.“ Die gezielte Ausbesserung kleiner Risse könne eine teure Sanierung um viele Jahre verschieben.

Von Isabell Prophet