Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Aldi-Debatte: Landkreis warnt Winsen vor Millionenloch
Celler Land Winsen Aldi-Debatte: Landkreis warnt Winsen vor Millionenloch
17:06 13.07.2018
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Scheitere allerdings der Verkauf, weil die Gemeinde Winsen etwas anderes entscheide, ändere sich die Geschäftsgrundlage. „Es wird zu prüfen sein, wie der Schulsport sichergestellt werden kann. Dies kann dazu führen, dass die Bezuschussung des Baus einer Dreifeldsporthalle insgesamt zur Disposition gestellt wird“, führt Cordioli aus. „Hierüber müsste der Kreistag erneut entscheiden. Einen sachlichen Grund, die fehlenden Verkaufserlöse durch zusätzliche Kreismittel auszugleichen, vermag ich nicht zu erkennen“, so Cordioli. Er kommt zu dem Schluss: „Der Gemeinde Winsen wird damit in jedem Fall eine Finanzierungslücke in Millionenhöhe entstehen.“

Köhler hatte, nachdem CDU-Bürgermeisterkandidat Florian Hemme den Aldi-Umzug auf das alte Hauptschulgelände mit Verweis auf den noch fehlenden Beschluss des Gemeinderates zur Bauleitplanung infrage gestellt hatte, den Landkreis um eine Stellungnahme gebeten. Hintergrund ist, dass der Landkreis seinen Erlös von 1,2 Millionen Euro aus dem Verkauf des Grundstücks an Aldi in den Neubau der Sporthalle im neuen Sportpark stecken will. Platzt der Aldi-Deal, steht somit die Finanzierung der neuen Halle – und nach Lesart von Bürgermeister Dirk Oelmann auch des gesamten Sportparks – auf dem Spiel. Genau das hatte Hemme bestritten. Er ging davon aus, dass der Landkreis eine neue Halle wegen des Schulsports in jedem Fall finanziell unterstützen wird.

Doch inzwischen ist klar, dass es die von Hemme behauptete Patt-Situation in Sachen Aldi im Gemeinderat gar nicht gibt. In dem Gremium haben SPD, CDW und Grüne 15 Stimmen, genauso viele wie CDU, FDP, UWG und AfD. FDP-Ratsherr Bernd Harding hat am Donnerstag angekündigt, „einer Fortführung der Aldi-Planungen“ zuzustimmen, wie er in einer E-Mail an die Ratsmitglieder schrieb. Er könne nicht mit Nein stimmen, weil die Nachteile zu gravierend wären. „Mein Vorschlag lautet deshalb, die Lage dem Grunde nach zu akzeptieren“, so Harding.

Somit hätten derzeit die Befürworter der – ja Ende 2016 auch in einem Grundsatzvotum beschlossenen Lösung – „Aldi-Umzug, Neubau der Sporthalle und Haus der Vereine im Haesler-Gebäude“ – im Gemeinderat auch eine Mehrheit für die Bauleitplanung, bei der es um die Ausgestaltung des konkreten Bauvorhabens geht. Dem Vernehmen nach wird Harding auch nicht der einzige aus dem CDU-FDP-UWG-Lager sein, der pro Aldi und damit für die neue Sporthalle stimmen wird.

Das Thema hat in den vergangenen Tagen in Winsen sehr hohe Wellen geschlagen. Bürgermeister Oelmann äußerte sich ausführlich via Facebook. SPD-Ratsherr Maximilian Schmidt erklärte in einer E-Mail an seine Ratskollegen, dass es nicht im Interesse der Gemeinde sein könnte, wenn Winsen „ohne neue Sporthalle dastehen würde“. Kämmerin Anke Schumann hat unterdessen erklärt, dass der Gemeinde bereits Planungskosten von über 300.000 Euro für Sporthalle und Baustraße entstanden seien. Außerdem müsste die Gemeinde mit Schadensersatzansprüchen der Baufirma in Höhe von einer Million Euro rechnen, sollte der Gemeinderat die Pläne kippen.

Bürgermeisterkandidat Hemme versuchte gestern die Aufregung wieder einzufangen: „Ich habe nur die Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat aufgezeigt. Wenn es so ist, dass es 16 zu 14 steht, dann ist das Thema durch. Dann können wir jetzt nach vorne gucken und uns um eine Übergangslösung für die Vereine kümmern.“

Mitten in der Sommerpause ist in Winsen ein heftiger Streit um den geplanten Aldi-Neubau entbrannt. Die Gruppe im Gemeinderat „Gemeinsam für Winsen“ – SPD, CDW (Christlich-Demokratisch für Winsen) und Grüne – hat mit Unverständnis auf die Äußerungen des CDU-Bürgermeisterkandidaten Florian Hemme reagiert. Der hatte mit Blick auf die Patt-Situation im Rat darauf verwiesen, dass bei einer Ablehnung der Aldi-Bauleitplanung das gesamte Projekt – Haus der Vereine, Abriss der alten Halle, Aldi-Neubau – noch platzen könnte.

-

Simon Ziegler 10.07.2018

Der Schützenverein Walle hat mit dem Spielmannszug Walle den Hauptkönig zum Schützenumzug nach Hannover begleitet.

10.07.2018

Um einen Spruch ist Ingrid Kantoks-Albert nie verlegen. "Ich bin 63 Jahre alt. Glauben Sie, ich höre Hip-Hop?", antwortet sie auf die Frage nach ihrem musikalischen Geschmack. Natürlich hängt ihr Herz an der Volksmusik, sonst hätte sie ja am Wochenende nicht Michael Hirte, den "Mann mit der Mundharmonika", nach Wathlingen eingeladen. Knapp 400 Gäste kamen auf den Schützenplatz, um mit Michael Hirte und Simone Oberstein sowie dem Hamburger Schlager-Duo "Die Junx" zu feiern.

Simon Ziegler 10.07.2018