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Winsen Am Winser Haushalt hängt fast alles
Celler Land Winsen Am Winser Haushalt hängt fast alles
15:49 06.01.2017
Von Simon Ziegler
Bürgermeister Dirk Oelmann vor dem neuen Verwaltungsgebäude am Amtshof: Der Neubau soll Ende des Jahres fertig sein. Quelle: Oliver Knoblich
Winsen (Aller)

Er gab im Gespräch mit der CZ einen Überblick über die Themen, die im Jahr 2017 in der Gemeinde auf der Agenda stehen. Ganz wichtig wird die Haushaltsabstimmung. Sind im Rat alle Mitglieder anwesend, stehen sich zwei gleichstarke Blöcke von SPD, CDW und Grünen einerseits und CDU, UWG und AfD andererseits gegenüber. Die Verwaltung braucht eine Mehrheit für den Etat, bei 15 zu 15 Stimmen wäre der Haushalt gescheitert. Mit unangenehmen Folgen: Dann könnte das Rathaus nur noch die unbedingt nötigen Ausgaben leisten.

So weit muss es nicht kommen. Am 20./21. Januar gehen die Ratskollegen in Klausur. Dort wird auch über den Haushalt gesprochen, kündigte Oelmann an. Eine externe Beraterfirma wird die zweitägige Klausur moderieren. Diese dürfte auch therapeutische Züge haben. Oelmann ruft dazu auf, die jahrelangen Streitigkeiten endlich zu beenden. „Unterm Strich gibt es dabei keine Gewinner. Die Bevölkerung ist zu Recht angewidert“, sagt der Verwaltungschef.

Im Frühjahr wird in Winsen ein Votum des Celler Kreistages zur Hauptschule erwartet. Die Celler Politik muss endgültig entscheiden, ob der Landkreis sein Areal an der Poststraße an Aldi verkauft. „Wir haben unser Votum abgegeben. Alles andere kann ich nicht beeinflussen“, sagte Oelmann. Durchaus denkbar wäre es ja, dass die in Winsen bei der Abstimmung unterlegene CDU sich Mitstreiter auf Kreisebene sucht, um ihre Vorstellungen doch noch umzusetzen beziehungsweise die Pläne der Gemeinde zu durchkreuzen.

In diesem Jahr soll in Winsen in die Infrastruktur investiert werden. 31 Brücken gibt es im Gemeindegebiet, die „fast alle angefasst werden müssen“, wie Oelmann sagt. Auch die Spielplätze sollen nach und nach instandgesetzt werden. Der Kinder- und Jugendbeirat hatte angeregt, dass über einen attraktiven, zentral gelegenen Spielplatz nachgedacht wird. Die Idee soll 2017 diskutiert werden, so Oelmann. Außerdem soll die touristische Nutzung des Schleusenwärterhauses in Bannetze forciert werden. Auch das neue Baugebiet in Südwinsen und die Erweiterung des Gewerbegebietes stehen auf der Agenda. Wichtiges Thema werden auch Investitionen im Straßenbereich.

Das Rathaus selbst bleibt eine Baustelle. Seit ein paar Monaten ist der erste Stock des alten Gebäudes fertigsaniert. Ende des Jahres ist das Erdgeschoss an der Reihe. Die dort beschäftigten Mitarbeiter werden für die Zeit der Bauarbeiten in das Kämmerei-Gebäude ziehen. Die Kämmerei selbst wechselt dann in den Neubau Am Amtshof 4.

In Sachen Flüchtlinge sieht der Winser Bürgermeister die Gemeinde weiterhin gut aufgestellt. Zwar werde es auch in Winsen „den ein oder anderen gegeben haben, der Sozialbetrug begangen hat“. Insgesamt aber sei das Zusammenleben relativ unproblematisch. Derzeit leben rund 150 Flüchtlinge in Winsen.