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Winsen Aus Spielplätzen wird Bauland
Celler Land Winsen Aus Spielplätzen wird Bauland
18:21 29.11.2010
Von Simon Ziegler
Spielplatz Potsdamer Straße in Winsen Quelle: Peter Müller
Winsen (Aller)

Es ist eine Mischung aus demografischem Wandel, schierer finanzieller Not und einer neuen Gesetzeslage: In Winsen könnten schon bald die ersten Spielplätze aufgegeben werden. Im Bauausschuss wurde in der vergangenen Woche über die Möglichkeit diskutiert, vier Spiel- oder Bolzplätze abzubauen. Noch ist die Politik zögerlich. Empfohlen wurde nur, den Spielplatz an der Potsdamer Straße am östlichen Rand der Gemeinde als Bauland auszuweisen.

Möglich wird das Vorhaben durch das Ende des niedersächsischen Spielplatzgesetzes, das 2009 außer Kraft gesetzt wurde. Es schrieb den Kommunen vor, in neu angelegten Baugebieten Spielplätze zu schaffen. Auch Spielstätten, die nicht mehr benötigt werden, können jetzt anderweitig genutzt werden.

Nun müssen besorgte Eltern wohl nicht befürchten, dass die Vergreisung der Gesellschaft dazu führt, Kindern die letzten Zufluchtsorte mit Sandkasten, Schaukel und Wippe zu nehmen. Laut Bauamtschef Berthold Walter gibt es in Winsen und seinen Ortsteilen 36 Spielplätze, dazu kommen noch Bolzplätze. Der Platz an der Potsdamer Straße werde aber seit Jahren nicht mehr genutzt, sagte Walter. Wozu also eine Fläche erhalten, die offensichtlich keiner mehr braucht? Ein Verkauf könnte rund 45000 Euro in die leeren Gemeindekassen spülen.

Den Anstoß für die Diskussion gab der Arbeitskreis „Haus-haltssicherung“, ein Gremium von Lokalpolitikern und Vertretern des Rathauses, das sich darum kümmern will, die Gemeindefinanzen einigermaßen in den Griff zu bekommen. Der Bauausschussvorsitzende Werner Schrader (SPD) hält die Überlegungen für sinnvoll. „Reich wird die Gemeinde deshalb nicht. Wenn es sich überhaupt um Tafelsilber handelt, sind es höchstens kleine Silberstücke“, sagte Schrader.

In dem Gremium wurde auch über Spiel- oder Bolzplätze in Südwinsen, Thören und Walle gesprochen, die ebenfalls kaum noch genutzt werden. Bei der „Wolfskuhle“ in Walle gibt es laut Rathaus aber Überlegungen der Dorfgemeinschaft, den Spielplatz doch zu erhalten. Die Entscheidung ist daher vertagt worden. 

Im Fall der Spielstätte am Waldweg in Südwinsen gehen die Überlegungen dahin, den 2500 Quadratmeter großen Spielplatz auf weniger als die Hälfte zu verkleinern. Aus dem Rest könnten zwei Grundstücke gebildet werden, aus deren Verkauf gut 50000 Euro fließen könnten. In Thören steht die Zukunft des Bolzplatzes Am Graben auf dem Spiel. Dort könnte ein Kaufpreis von über 90000 Euro erzielt werden. Vor einer endgültigen Entscheidung sollen aber nochmals die Ortsräte ein Votum abgeben.

Der Spielplatz an der Potsdamer Straße wird von Kindern nicht mehr genutzt. Die Gemeinde will deshalb die Fläche als Bauland verkaufen.  Foto: Müller