Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Baubeginn am Wasserkraftwerk Bannetze
Celler Land Winsen Baubeginn am Wasserkraftwerk Bannetze
18:36 08.03.2017
Mit langen Sonden wird im Bereich des Wasserkraftwerkes nach Blindgängern und anderen Kampfmitteln gesucht. Quelle: Lothar H. Bluhm
Bannetze

Seit gut einem Jahr tat sich aber nichts mehr am Allerwehr zwischen Hornbostel und Bannetze und gelegentlich zweifelte man, ob es noch was wird mit der „Blauen Energie“. Hier soll ein weltweit einzigartiges Forschungsprojekt entstehen, denn mit zwölf Metern Breite wird ein Stahlwasserrad mit einem Durchmesser von elf Metern errichtet. Die voraussichtlichen Kosten einschließlich Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen betragen rund elf Millionen Euro.

Jetzt atmen die Hornbosteler und Bannetzer auf, denn seit Beginn des Monats sind Teams dabei, vorbereitende Arbeiten im Bereich des künftigen Standortes des Stahlwasserrades durchzuführen. Auf einer rund 600 Quadratmeter großen Fläche am Rande der Hornbosteler Hutweide wurde inzwischen ein Lagerplatz für acht Baucontainer und Baumaterial angelegt. Kräftige Stahlträger werden die Container aufnehmen und gleichzeitig vor möglichem Hochwasser schützen. Seit Dienstag erkundet zudem ein Kampfmittelbeseitigungsteam die Flusssohle der Aller mit Sonden auf Blindgänger und anderes Kriegsmaterial – ein bei derartigen Planungen übliches Verfahren, bevor Spundwände gesetzt werden.

In der nächsten Woche sei bereits mehr zu sehen, wagt ein Bauarbeiter Prognosen zum Baufortschritt. „Die Vor- und Rückbauarbeiten sollen im März starten. Daran anschließend ist geplant, die ersten Spundwandarbeiten durchzuführen“, teilt Lars Ostermann von der Technischen Universität Braunschweig (TU) mit.

Professor Jürgen Hesselbach verdeutlichte für die TU während des Festaktes zum ersten Spatenstich, dass man den technischen Funktionsnachweis dieser neuen Technologie im Originalmaßstab erbringen wolle und kurz-, mittel- und langfristige Untersuchungen im Dauerbetrieb hier durchführen werde und den Kollateralnutzen wie die Stromversorgung von rund 1000 Haushalten schaffen will. „Es wird ein umfangreiches Mess- und Versuchsprogramm geben, in dem mechanische und hydraulische Aspekte betrachtet werden und in dem wir die Optimierung und Weiterentwicklung dieser Technologie dann ermöglichen.“ Und die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic betonte, dass Niedersachsen insgesamt bisher als Vorreiter beim Ausbau der Windenergie gilt. Aus Sicht der Landesregierung sei das jetzt geplante weltweit größte Stahlwasserrad herausragend, denn die Nutzung des Wasserkraftpotenzials sei nicht nur aus ökologischer und energietechnischer Perspektive spannend, sondern es sei ein „Best-practice-Beispiel“ für Technologietransfer aus der Wissenschaft in die Wirtschaft hinein. „Wir hier in Niedersachsen sind stolz darauf, dass wir ein Vorreiter bei den erneuerbaren Energien sind.“ Die Forschungswasserkraftanlage könne eine neue technische Revolution „Made in Niedersachsen“ werden. – Schauen wir mal: Der Plan sah die Fertigstellung für Ende 2017 vor.

Von Lothar H. Bluhm