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Winsen Bezwingende Musikalität und innere Harmonie
Celler Land Winsen Bezwingende Musikalität und innere Harmonie
15:10 24.02.2010
Das Klavier-Duo Sivan Silver und Gil Garburg ist ein außergewöhnlich musikantisch inspiriertes Klavier-Paar. Quelle: Gert Neumann
Winsen (Aller)

Da stört es dann auch wenig, wenn gelegentlich Zweifel aufkommen an diesem Abend, ob es so glücklich ist, ein Stück wie Mendelssohn-Bartholdys Schauspielmusik zu „Ein Sommernachtstraum“ ohne jegliche Verbindungstexte aufzuführen. Das suggestionsstarke Spiel der Musiker lässt auch so beim Zuhörer eine Vielzahl an Bildern und Szenen entstehen, dass es zweitrangig wird, ob diese diejenigen sind, die der Komponist im Kopf hatte.

Höhepunkt des Abends war aber eines der Meisterwerke Franz Schuberts, nämlich dessen f-moll-Fantasie. Während Garburg den harmonischen Klangraum in allem Facettenreichtum und wunderbarer Klarheit ausbreitete, kostete Silver die immer wieder in sich zurückfallende Melodie aus. Schuberts so besonderes Zeitverständnis, das scheinbare Gehen das in Wirklichkeit ein Stehenbleiben ist, das vermittelt das Duo kongenial. Bei weniger guten Musikern wird ein derartiges Spiel schnell langweilig, bei diesem Duo hingegen entfaltet es eine Sogkraft, die den Zuhörer in die Seele dieses Komponisten hineinblicken lässt. Wunderbar.

Zum Abschluss des offiziellen Konzertprogramms gab es noch „Fünf leichte Stücke“ von Igor Strawinsky. Zum Glück folgte das Duo da nicht den Idealvorstellungen des Komponisten von einem objektivierenden Musizieren, sondern ließ ihrer Musizierlust freien Lauf. Genauso wie bei einer zugegebenen „Malaguena“, in der Leidenschaftlichkeit und Brillanz eine ideale Einheit bildeten.

Von Reinald Hanke