Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Biogas-Gegner: Netzwerk-Treffen in Winsen
Celler Land Winsen Biogas-Gegner: Netzwerk-Treffen in Winsen
19:03 08.05.2011
Von Simon Ziegler
BI-Vorsitzender Heinz Glinke und Gertrud Stechmesser, Sprecherin der Initiative mit Weitblick Quelle: Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Vor dem Hintergrund der immer wahrscheinlicheren Biogasanlage in Walle ist die „Initiative mit Weitblick“ zu ihrem Bundestreffen erstmals nach Winsen gekommen. Die Bürgerinitiativen wollen künftig noch enger zusammenarbeiten, hieß es am Rande des Treffens. Thema waren auch der Atomausstieg und der künftige Energiemix. Die 30 Teilnehmer des Treffens kamen aus Sachsen-Anhalt, Ostfriesland, Schleswig-Holstein und Hessen. Ein Biogas-Kritiker reiste aus Belgien an.

Der Begriff „Biogas“ sei irreführend und ein Marketing-Kunstgriff, sagte die Sprecherin des Netzwerkes, Gertrud Stechmesser aus Ostrhauderfehn in Ostfriesland, die stattdessen von der Agromethan-Branche spricht. „Die Branche ist der derzeit sehr bemüht, die Diskussion über die Möglichkeiten des Atomausstiegs für sich zu nutzen. Es gibt aber längst andere Möglichkeiten als die Verstromung von Nahrungsmitteln. Diese Potentiale möchten wir aufzeigen“, so Stechmesser. Ihren Angaben zufolge könnte künftig mehr Energie aus Kleinwindanlagen gewonnen werden. Auch Wasserstoff könne stärker genutzt werden. Außerdem sieht sie die Möglichkeit, mehr Energie einzusparen. Biogas hingegen sei eine klimaschädliche Technologie. In Deutschland gebe es heute etwa 8000 Biogasanlagen. Im Kreis Celle sind es 62, ergänzte der Sprecher der BI Walle, Heinz Glinke.

In der Auseinandersetzung um die Biogasanlage von Investor Jürgen Lindhorst wird nach Angaben des Waller Ortsbürgermeisters Reiner Wilke die Winser Gemeindeverwaltung jetzt doch prüfen, ob das Gewerbegebiet Schmalhorn als Alternativstandort in Frage kommt. Der Verwaltungsausschuss sei seinem Antrag gefolgt, so Wilke. Der Investor bestreitet, dass die Anlage auf seinem Gewerbegebiet möglich ist und setzt auf die Sandkuhle Walle. Kürzlich hatte Lindhorst Politik und Verwaltung nach Schmalhorn eingeladen, um seinen Standpunkt zu untermauern. Viel muss die Prüfung aber nicht bedeuten. Die Winser Politik steht bislang mehrheitlich hinter Lindhorst und seinen Plänen in der Sandkuhle.