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Winsen Biogasanlage in Walle wird genehmigt
Celler Land Winsen Biogasanlage in Walle wird genehmigt
17:30 17.04.2013
Von Simon Ziegler
Walle

Die von Großinvestor Jürgen Lindhorst geplante Biogasanlage in Walle hat eine weitere Hürde genommen. „Grundsätzlich ist die Entscheidung gefallen, dass die Biogasanlage genehmigt wird“, sagte Thomas Knobloch, Leiter des Celler Gewerbeaufsichtsamtes. Die Genehmigung sei aber noch nicht rechtskräftig. Verbunden mit dem Bescheid seien etwa 50 Auflagen. Hierzu könne sich der Betreiber derzeit noch äußern, ehe die Genehmigung endgültig erteilt wird, erläuterte Knobloch das Verfahren.

Die Anzahl der Auflagen seien für die Größe der Biogasanlage nicht ungewöhnlich, führte der Amtsleiter aus. So gebe es Bestimmungen zu Lärm, Gerüchen, Brandschutz, Wasser, der verwendeten Input-Ware und zur Umwallung der Anlage. Mit der Genehmigung des umstrittenen Projektes wäre auch der Bauantrag positiv beschieden.

Winsens Bauamtsleiter Berthold Walter hat unterdessen mitgeteilt, dass der Waller Projektgegner und Kommunalpolitiker Albrecht Hoppenstedt einen Normenkontrollantrag beim Oberverwaltungsgericht Lüneburg gestellt hat. Dabei handele es sich de facto um eine Klage gegen den Bebauungsplan, so Walter.

Hintergrund der Klage ist ein Streit über die Zufahrt zur Sandkuhle Walle. Geplant war im B-Plan, dass Hoppenstedt, der im Besitz der Fläche neben der Sandkuhle ist, und Lindhorst die selbe Zufahrt nutzen, um auf ihre Grundstücke zu gelangen. Hoppenstedt hat nach CZ-Informationen aber einen Streifen seines Grundstücks neben der Biogasanlage auf seine Schwester übertragen. Er spekuliert offenbar, dass durch diese Übertragung auf einen Dritten eine zweite Zufahrt nötig wird, damit sowohl Hoppenstedt als auch die Betreiber der Biogasanlage ihre Flächen erreichen können. Die Landesbehörde für Straßenbau lehnt aber eine zweite Zufahrt wegen möglicher Verkehrsrisiken ab.

Der frühere Ortsbürgermeister Reiner Wilke sagt: „Die Landesbehörde für Straßenbau hat eindeutig zur Bedingung gemacht, dass eine neue Zufahrt nur dann genehmigt wird, wenn die bisherige dauerhaft geschlossen würde. Es steht zu befürchten, dass bei Unmöglichkeit einer Zufahrt ein Regressanspruch der Firma Lindhorst gegenüber der Gemeinde entstehen könnte.“ Hoppenstedt hat gegenüber der Gemeinde angekündigt, auf seinem 11.000 Quadratmeter großen Areal künftig wieder Sand abzubauen, sagt Bauamtsleiter Walter.

Er geht nicht davon aus, dass der Rechtsstreit Auswirkungen auf die Errichtung der Anlage hat. „Für die Biogasanlage gibt es eine Zufahrt. Vermutlich wird es dazu kommen, dass eine weitere Zufahrt genehmigt wird“, sagte Walter. Hoppenstedt habe keinen Eilantrag gestellt. Der Rechtsstreit habe keine aufschiebende Wirkung.