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Winsen Bombendrohung in Winsen: "Das war kein dummer Streich"
Celler Land Winsen Bombendrohung in Winsen: "Das war kein dummer Streich"
17:29 28.10.2016
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

Das Motiv des anonymen Anrufers ist weiterhin unklar. Eine Vermutung besagt, dass der Mann, der zwischen 50 und 60 Jahre alt sein soll, eine Entscheidung des Winser Rates zum Hauptschulareal verhindern wollte. Dabei geht es um die in Winsen leidenschaftlich diskutierte Frage, ob Aldi das gesamte Hauptschulareal vom Landkreis Celle erwirbt und die Gemeinde im Haesler-Bau ein „Haus der Vereine“ einrichtet.

Allerdings hat sich der Anrufer nach CZ-Informationen bei seinem Drohanruf auch ausländerfeindlich geäußert. Themen mit Ausländer-Bezug standen freilich überhaupt nicht auf der Tagesordnung des Winser Rates. „Wir ermitteln in alle Richtungen. Aktuell gibt es keine Hinweise, die auf einen ausländerfeindlichen Hintergrund schließen lassen“, sagte Polizeisprecher Thorsten Wallheinke. Ob die ausländerfeindlichen Äußerungen von der Hauptschule ablenken sollten oder der ganze Anruf einen völlig anderen Hintergrund hat, ist somit reine Spekulation.

Celles Landrat Klaus Wiswe sprach von einem „Angriff auf die kommunale Selbstverwaltung“. Einen vergleichbaren Fall habe es noch nie gegeben. „Da hat jemand gemeint, die Beratung und Entscheidung eines gewählten Gremiums verhindern zu können. Wir sind gut beraten dafür zu sorgen, dass er sein Ziel nicht erreicht“, erklärte der Landrat. Der Landkreis Celle werde alle Versuche von Bürgermeister Dirk Oelmann unterstützen, dass sich der alte Rat in seiner Zusammensetzung noch einmal trifft, sagte Wiswe am Freitagvormittag – da war noch nicht klar, dass diese Versuche gescheitert sind.

„Fest steht schon jetzt: Das war kein dummer Streich. Der Täter wird hoffentlich ausfindig gemacht, er muss zur Rechenschaft gezogen werden“, sagte der Winser Ratsherr und Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt (SPD). „Wer ein demokratisch legitimiertes Parlament mit Drohungen daran hindern will, frei und sicher zusammenzukommen, zu debattieren und Beschlüsse zu fassen, begeht eine Straftat. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen“, sagte Schmidt.

Schon am Vorabend hatten sich Politiker in Winsen bestürzt und schockiert geäußert. „Das ist für mich der absolute Tiefpunkt des Winser Rates“, sagte Jannik Randolph (CDW).