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Winsen Bombendrohung in Winsen: Krizsan greift CDU und UWG an
Celler Land Winsen Bombendrohung in Winsen: Krizsan greift CDU und UWG an
19:20 31.10.2016
Von Simon Ziegler
Winsen (Aller)

"Zuerst jemanden anregen, genau zu Beginn der letzten Ratssitzung eine Bombendrohung bei der Polizei anzusetzen. Dann die mögliche erneute Einberufung des Rates verweigern. Und zum Schluss auf andere Mehrheiten im neuen Rat hoffen, damit der Verkauf der Hauptschule an Aldi verhindert wird. Clever, aber ekelhaft“, schrieb Krizsan. Gegenüber der CZ bestätigte er seine Worte. „Ich vermute, dass CDU und UWG hinter der Bombendrohung stecken“, erklärte der frühere Bundestagsabgeordnete der Grünen.

So weit wollte Bürgermeister Dirk Oelmann nicht gehen. Er traue es niemandem im Gemeinderat zu, dass er zur Anstiftung einer Bombendrohung fähig sei. In Winsen würden indes etliche Leute genau das glauben, sagte Oelmann. „CDU und UWG hätten die Chance gehabt, diese Spekulationen im Keim zu ersticken, indem sie einer neuen Ratssitzung zustimmen“, so der Verwaltungschef. CDU und UWG hatten Terminprobleme angegeben, und somit eine Entscheidung des alten Rates zur Hauptschule verhindert. Im neuen Gremium sind die Mehrheitsverhältnisse – auch durch den Einzug der AfD-Fraktion – unklarer.

In dieser äußerst vergifteten Atmosphäre findet am Donnerstag, 3. November, die konstituierende Sitzung des neuen Winser Gemeinderates statt. Die Mitglieder werden genau eine Woche nach der Bombendrohung wieder im Grooden Hus zusammenkommen (19 Uhr). Eigentlich sollte mit der neuen Wahlperiode ein neues Kapitel in der Zusammenarbeit der Fraktionen aufgeschlagen werden. Mit den jüngsten Ereignissen hat sich diese Hoffnung völlig zerschlagen. Im Gegenteil, so tief dürften die Gräben zwischen CDU und UWG einerseits sowie SPD und CDW andererseits noch nie gewesen sein.

Unterdessen hat die Polizei keine Hinweise auf den Anrufer, der am Donnerstag um 19.02 Uhr aus einer Telefonzelle an der Stechbahn in Celle den Notruf getätigt und mit einer Bombe im Grooden Hus gedroht hatte. Zeugen hätten sich nicht gemeldet, sagte eine Sprecherin. Jetzt bleibt noch die Hoffnung, dass irgendjemand die Stimme des anonymen Anrufers erkennt. Notrufe werden prinzipiell aufgezeichnet.