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Winsen Celle 2030: Straßen der Zukunft transportieren Daten
Celler Land Winsen Celle 2030: Straßen der Zukunft transportieren Daten
17:27 10.12.2013
Von Christopher Menge
Winsen (Aller)

Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sei es wichtig, dass man im Landkreis Celle Standortvorteile schaffe. „Wenn die Voraussetzungen besser als in den urbanen Räumen sind, siedelt sich die Industrie an“, sagt Schmidt. Was er meint, wird bei einem Blick in Schmidts Heimat, Winsen, deutlich.

Dort – genau in Schmalhorn - hat die Lindhorst Gruppe ihren Sitz. 80 Mitarbeiter verwalten von hier die 110 Tochterunternehmen in der gesamten Bundesrepublik. Was sie dafür brauchen, ist schnelles Internet. Doch am Breitbandausbau hapert es in Winsen noch. „Wenn man mit einer Geschwindigkeit von einem Mbit pro Sekunde arbeiten soll, hat das nichts mit moderner Wirtschaft zu tun“, sagt Schmidt. Und auch Dirk Wenzel, Vorstand der JWL Holding, betont, dass sich die Kommunikation verändert habe. „Es gibt bei uns keinen Arbeitsplatz mehr, der keine Internetverbindung benötigt“, so Wenzel, „wir brauchen eine moderne Infrastruktur wie sie in mittelgroßen deutschen Städten Standard ist. Sonst müssen wir uns andere Gedanken machen.“

Viel lieber will die Lindhorst-Gruppe aber in Schmalhorn investieren. „Wir wollen hier bleiben“, betont Jürgen Lindhorst senior, „die Zusammenarbeit mit der Gemeinde Winsen und dem Landkreis Celle ist schließlich sehr gut.“ Schon in absehbarer Zeit soll die Mitarbeiterzahl auf über 100 wachsen. „Wir planen weitere Einstellungen“, sagt Wenzel.

„Es handelt sich hier um ein konkretes Fördervorhaben mit einem Investitionsvolumen von 80.000 Euro“, sagt Schmidt und macht Hoffnung auf schnelles Internet in Winsen. 60 Millionen Euro will das Land Niedersachsen für den Breitbandausbau im ländlichen Bereich über eine EU-Förderung zur Verfügung stellen. Während der Breitbandausbau in den Gewerbegebieten in Bergen noch aus Restmitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) stammt, muss Winsen auf Geld aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) hoffen. Aber für den Landkreis Celle ist es im Endeffekt egal, aus welchem Topf Geld kommt. Wichtiger ist, dass möglichst flächendeckend schnelles Internet zur Verfügung steht.