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Winsen Dauerregen vermiest gute Laune beim Winser Straßenfest
Celler Land Winsen Dauerregen vermiest gute Laune beim Winser Straßenfest
20:48 19.06.2011
Beim Straßenfest in Winsen war gestern Schirm angesagt. Um 12.45 Uhr setzte Dauerregen ein. Quelle: Joachim Gries
Winsen (Aller)

„So wie heute war es noch nie“, sagte gestern gegen 17 Uhr Gero Graf von Hardenberg, Vorsitzender des Gewerbevereins Winsen. Einen Schauer habe es schon mal gegeben beim Straßenfest zum verkaufsoffenen Sonntag in Winsen, aber nicht solchen Dauerregen wie gestern. Besonders für die Beteiligten, die gestern einen Stand auf der Poststraße aufgebaut hatten, sei es traurig. Im Regen und bei dem Wind halte sich niemand gern draußen auf. „Ich glaube für die Geschäfte ist es gut“, sagte von Hardenberg. Klar, viele schlüpften lieber unter ein festes Dach.

„Winsen ist ein interessantes Pflaster für uns“, sagte Jürgen Pomorin am Stand der Firma „Dachdicht“ aus Wedemark. Er selber kommt aus Südwinsen und ist seit Jahren bei der Veranstaltung dabei, um gesehen zu werden. Die Auftragslage sei gut, das Wärmedämmsystem sei gefragt. „Die Leute wollen Energie sparen“, sagt Pomorin.

„Es steht und fällt mit dem Wetter“, sagte gestern Mittag Kerstin Wennde vom Schuh- und Sporthaus Wennde. Über mangelnde Nachfrage konnte sie sich nicht beklagen, das Geschäft war voll, Angebote lockten die Kundschaft.

Der Akkordeonverein Winsen bracht um 13.45 Uhr im wahrsten Sinne des Wortes seine Zelte ab: Der Pavillon wurde auseinandergebaut und verschwand im Anhänger. Für die Spieler war es ungemütlich und keiner wollte zuhören. „Ich kann mich nicht erinnern, dass es schon mal so geregnet hat“, sagte Dietmar Steinhaus, Leiter des ersten Orchesters. Eigentlich sollte bis 17 Uhr Akkordeonmusik auf der Poststraße erklingen.

Schräg gegenüber bei Fernseh Eckert waren die teuren Geräte weiter in den Pavillon geschoben worden, teilweise auch abgedeckt. Vorher hätten sich die Besucher nach dem Umstieg von analog auf digital beim Satellitenempfang erkundigt, weil im kommenden Jahr die analogen Kanäle abgeschaltet werden, sagte Simon Bennefeld. Jetzt passte der Auszubildende auf, dass die High-End-Geräte keinen Wasserschaden nahmen.

„Dass uns die Leute treu sind, finde ich toll“, ein dickes Lob sprach Schlachter Heiner Kleinschmidt seinen Gästen aus, die hier ihr Mittagessen einnahmen. Mit dem Riesenandrang hatte er nicht gerechnet bei der Wetterprognose, doch insgesamt 22 Beschäftigte hatten alle Hände voll zu tun.

Wetterfest erwiesen sich die Sänger des Shanty-Chors des Tennis-Clubs Meißendorf. „Wir lieben die Stürme“, sagte Roland Winkel, sie seien alle wetterfest. „Wir hoffen, dass mit uns die Wende kommt beim Wetter“, hieß es in der Ansage, bevor der Chor um 14 Uhr sein erstes Lied anstimmte. Doch das trat nicht ein. Und auch Harald Rupke von der Siedlergemeinschaft Winsen behielt Unrecht, als er meinte „Ist gleich vorbei, die hellen Wolken kommen schon.“

Von Joachim Gries