Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Dem Körper zuhören mit Kinesiologie
Celler Land Winsen Dem Körper zuhören mit Kinesiologie
13:34 29.06.2017
Winsen (Aller)

Gemeinsam mit Ines Fasch vom Balanceraum Winsen lernten vier Kinder zwischen zehn und elf Jahren, mithilfe von Kinesiologie ihrem Körper zuzuhören und zu unterstützen. Mit Kinesiologie können Blockaden und Stress abgebaut sowie Wohlbefinden, Gesundheit, Leistungsfähigkeit und vorhandene Potentiale gefördert und gesteigert werden. Wesentlicher Indikator dafür ist der sogenannte Muskeltest, bei dem der Körper selbst befragt wird.

Dafür muss der Körper zunächst angeschaltet werden. Um für den optimalen Energiefluss zu sorgen, ist Wasser für den Körper von elementarer Bedeutung. Daher bekommt jeder erst einmal ein Glas Wasser zum Austrinken. Als nächstes werden die fünf Sinne aktiviert. Für die Augen werden zwei Punkte kurz unterhalb des Schlüsselbeins, die sogenannten Gehirnknöpfe massiert. Damit werden beide Gehirnhälften ein- und zusammengeschaltet und das Sehen mit beiden Augen wird verbessert.

Um die Nase zu aktivieren, reicht Ines Fasch zwei Duftöle herum. Während Grapefruit den meisten zu stark ist, kommt Lavendel sehr gut bei den Kindern an. „Lavendelduft hilft auch, wenn ihr nicht gut einschlafen könnt“, erklärt Fasch. Als nächstes werden die Ohren aktiviert. Dazu werden sie „aufgekrempelt“: Mit Daumen und Zeigefinger wird das Ohr von oben bis unten massiert. Um den Unterschied zu spüren, ist erst nur ein Ohr an der Reihe. Schnell stellen die vier Kinder fest, dass das Hören auf dieser Seite nun viel deutlicher und besser klappt.

Auch die Haut und das Fühlen muss aktiviert werden. Ines Fasch reicht Igelbälle herum, mit denen die Kinder ihren Körper abrollen. Nach dem Anschalten des Körpers folgt die Voraktivität. Dazu zeichnen die vier Teilnehmer zunächst eine liegende Acht. Sie beginnen mit der rechten Hand, wechseln dann zur linken Hand und malen schließlich mit beiden Händen. „Damit wir das nachher vergleichen können, schreibt ihr euren Namen und die Uhrzeit oben rechts in die Ecke“, sagt Fasch. Mithilfe der liegenden Acht werden beide Gehirnhälften zusammengeführt und die Bewegungen über die Mittellinie optimiert. „Achtet darauf, ob Augen und Hand der Bewegung gut folgen können und wie gut euch das Überkreuzen über die Mittellinie gelingt.“ Nicht bei jedem klappt das auf Anhieb und so sehen nicht alle Achten von Anfang an gleichmäßig aus.

Darauf folgt die Übung mit dem Namen „Nackenrolle“. Der Kopf wird langsam von links nach rechts gedreht, bis seitlich über die Schulter geblickt wird. Dies wird mehrmals wiederholt. Anschließend machen Calina, Theresa, Julia und Moritz die „Beckenschauckel“. Dazu setzen sie sich auf den Boden, ziehen die Knie ein wenig an und heben die Füße vom Boden ab, um dann auf dem Gesäß von links nach rechts und von vorne nach hinten zu schaukeln. Zur Voraktivität gehören außerdem Überkreuzbewegungen im Liegen und im Stehen und das gleichseitige Malen, bei dem mit einem Stift in jeder Hand gleichzeitig dasselbe gemalt wird. Auch das Zeichnen eines Weges in einem vorgedruckten Labyrinth gehört dazu.

Als Nachaktivität wird dann erneut ein Weg durch das Labyrinth gesucht. Es ist zu erkennen, dass alle Kinder viel schneller und direkter den Ausgang finden. Auch die zweite liegende Acht ist im Vergleich zur ersten viel besser. Die Linienführung ist gleichmäßiger, weicher und runder. Wo vorher noch Abweichungen bestanden, liegt die Acht nun ebenmäßig auf der Linie in der Mitte des Blattes.

In den kommenden zwei Tagen steigen die vier noch weiter in die Kinesiologie ein. Sie lernen, wie ihr Gehirn arbeitet und wo sie am besten im Klassenraum sitzen, damit sie den Unterricht mit ihren Sinnen gut aufnehmen und mit Stresssituationen umgehen können.

Von Stefanie Franke