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Winsen "Der Landkreis liebt das Südwinsen-Festival"
Celler Land Winsen "Der Landkreis liebt das Südwinsen-Festival"
18:22 22.07.2018
Südwinsen Festival 2018, Freitag, 20.07.2018 Quelle: Oliver Knoblich
Südwinsen

SÜDWINSEN. Das bunte Familienfest bekommt zum Beginn der Abendstunden noch einmal ein neues Gesicht. Und zwischen all den feiernden Festivalbesuchern, die sich vor der Bühne und auf dem Zeltplatz tummeln, ist es manchmal schwierig auszumachen, wo die eigentliche Party stattfindet. Überall gibt es etwas zu sehen.

Auf den beiden Bühnen spielt zwar die Musik, aber abseits davon werden die Festivalbesucher kreativ und veranstalten ihr eigenes Programm: Menschen, die in Pappkartons als Roboter verkleidet umherziehen, die sich und andere gegenseitig mit Farbe bemalen oder Wikinger-Schach spielen. Das alles zeigt: Das Südwinsen-Festival muss den Vergleich mit größeren Freiluft-Spektakeln wie dem Hurricane- oder dem Deichbrand-Festival nicht fürchten. Gleichzeitig ist es gerade die familiäre Stimmung, die es einzigartig macht und immer wieder zahlreiche Besucher von nah und fern anlockt.

„Hier herrscht einfach eine tolle Atmosphäre“, sagt Angela Rühmann, die zusammen mit ihrer Freundin Stephanie Peter extra aus Braunschweig angereist ist. „Und die Musik ist super. Hier lernt man auch mal Bands kennen, die nicht so bekannt sind“, ergänzt Stephanie Peter. Die beiden Braunschweigerinnen sind erfahrene Festival-Besucher und waren schon oft in Südwinsen mit dabei.

Doch auch Besucher wie Tim Borger, der zum ersten Mal beim Südwinsen-Festival ist, finden schnell Gefallen an dem Konzept der lockeren Party: „Das ist hier einfach etwas nettes Kleines. Und es kostet keinen Eintritt. Da kann man einfach hinfahren und Spaß haben“, sagt der 26-jährige Celler.

Das dachten sich wohl auch einige Familien. Und so sah man zahlreiche Kinder zwischen den feiernden Massen unbeschwert Fangen spielen. Oder sie holten sich ein Ballontier von einem Stelzenläufer. Ebenfalls beliebt bei den jüngeren Besuchern waren die Hüpfburgen und der ausfahrbare Kran, von dem man das Festival einmal aus der Vogelperspektive sehen konnte. „Das ist einfach super hier. Vor allem, da wir auch mit unseren Kindern herkommen können“, sagt Stefan Alfers. Neben dem vielfältigen Kinder-Programm habe das Südwinsen-Festival noch einen weiteren entscheidenden Vorteil gegenüber größeren Musikveranstaltungen, wie der Familienvater sagt: „Auf riesigen Festivals wie Rock am Ring, da findest du die Kinder ja nie wieder." Deshalb eigne sich das Südwinsen-Festival perfekt als Einstieg für junge Musikliebhaber.

Und wenn den Kindern doch einmal langweilig werden sollte, hat Alfers selbst auch vorgesorgt. Zusammen mit seiner Familie und einigen Freunden hat er nämlich einen Kickertisch mit aufs Festival gebracht. „Der ist immer mit dabei“, sagt der „niedersächsische Kickerfanatiker“ aus Lehrte, wie er sich selbst scherzhaft nennt.

Der Kickertisch ist nur einer von vielen Hinguckern, mit denen sich die Camper auf dem Festivalgelände die Zeit zwischen den Bandauftritten vertreiben. Neben aufblasbaren Einhörnern und riesigen Badeenten findet sich auch das ein oder andere motorisierte Liebhaberstück. Wie zum Beispiel das restaurierte und umgebaute Feuerwehrauto der Firma Hannoversche Maschinenbau AG (Hanomag) von Bernd Michaelis. Das rote Gefährt Baujahr 1972 begleitet ihn und seine Familie auf Festivals oder in den Skandinavienurlaub. „Den habe ich bei Ebay gefunden“, sagt der Hanomag-Fan, der bereits zum fünften Mal auf dem Südwinsen-Festival ist und mit seinem Gefährt für Aufsehen sorgt.

Für neugierige Blicke sorgte auch die Verkleidung von Manuel Zaton. Der 39-Jährige sah im Stehen so aus, als würde er auf den Schultern einer weiteren Person sitzen. „Das ist mein Junggesellenabschiedskostüm“, sagt Zaton und fügt lachend hinzu: „Es ist doch Schade, wenn man das nur einmal tragen kann. Für so etwas ist doch ein Festival da.“

Der Celler und ehemalige Drummer der Gruppe Fridge Light nutzt das Südwinsen-Festival aber nicht nur, um sich zu verkleiden. In erster Linie ist er dort, um sich mit seinen früheren Bandkollegen wie Frederike Peters zu treffen. „Wir haben hier selbst mal gespielt“, erinnert sich die ehemalige Sängerin von Fridge Light. Jetzt ist sie nur noch als Gast hier. „Unsere Gruppe hat sich 2007 getrennt. Wir haben uns in verschiedene Richtungen entwickelt und ein bisschen auseinandergelebt.“ Umso schöner findet sie es, die alten Freunde beim Südwinsen-Festival wiederzusehen. „Das hat ein bisschen was von einem Klassentreffen. Gleichzeitig ist das hier ein tolles Familienfest. Über Jahre gewachsen. Und es ist einfach beeindruckend zu sehen, was die Leute hier auf die Beine stellen, wenn man weiß, wie viel Arbeit dahinter steckt“, sagt Peters, die mit ihrer Familie aus Braunschweig angereist ist.

Neben den Angeboten für Kindern und den vielen kleinen Spektakeln abseits der Bühnen hatte auch das musikalische Programm wieder einiges zu bieten. Einer der Höhepunkte war am Samstag der Auftritt der Schottenrocker „The Keltics“. Mit ihren stimmungsvollen Liedern und dem energiegeladenen Bühnenprogramm animierten sie das Publikum zum Tanzen, Feiern und Mitsingen.

Dabei wurde buchstäblich sehr viel Staub aufgewirbelt. Denn fast das ganze Wochenende blieb es trocken und warm. "Ein kurzer kräftiger Schauer zur Abkühlung wäre nicht schlecht. Aber irgendwas ist ja immer", sagt Nils Dujat, Sprecher des Vereins Südwinsen-Festival mit einem Augenzwinkern. Aber wirklich beschweren will er sich über die warmen Temperaturen nicht. "Sonst ist immer Regen und schlechtes Wetter."

Trotz oder wegen der Hitze war das Festival auch in diesem Jahr wieder ein voller Erfolg für die Veranstalter. Rund 2000 Besucher tummelten sich am Freitag und Samstag auf dem Gelände. "Der Landkreis liebt das Südwinsen-Festival", sagt Michael Dehning aus dem Team der Organisatoren. Immer wieder haben Besucher ihm und den anderen Veranstaltern auf die Schultern geklopft und gesagt: "Nächstes Jahr wieder." Somit ziehen die Veranstalter ein positives Fazit. "Aber: Wenn man uns jetzt fragen würde, ob wir es nächstes Jahr wieder machen, würden wir wohl nein sagen", sagt Dujat lachend, einen Tag nach der Super-Sause. Die Organisation hat die beteiligten Helfern viel Energie und Kraft gekostet. "Nach einem Tag Pause sieht das aber alles wieder schon ganz anders aus", ergänzt Dujat. "Dann können wir es kaum erwarten, uns wieder an die Arbeit zu machen."

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