Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Winsen Die Linke sieht Kommunalpolitiker in der Pflicht
Celler Land Winsen Die Linke sieht Kommunalpolitiker in der Pflicht
15:39 07.02.2010
Norbert Juretzko, Vorsitzender des Ortsvereins West der Partei Die Linke. Quelle: Joachim Gries
Winsen (Aller)

START

START

SÜDWINSEN. Zusammen mit seinem Ko-Vorsitzenden Lothar Kaminski hatte der Chef des Ortsvereins Celle-West der Partei Die Linke zum politischen Jahresratschlag nach Winsen eingeladen.

Genau sieben Menschen saßen am Tisch und sprachen über Probleme, die ihnen am Herzen liegen. Das ist der anstehende Straßenausbau der Ostlandstraße in Hambühren und der Hasseler Straße in Winsen. Egon Kiehne von der Bürgerinitiative in Hambühren kündigte an, dass man den Politikern ni Kürze eine Reihe unangenehmer Fragen stellen werde. Er sei sicher, dass eine Reihe von Anliegern gegen den Ausbau klagen werde, den auch der Bund der Steuerzahler kritisiere.

Eigentlich könne es nicht sein, dass Bürger gegen ihre Gemeinde klagen müssten, die ja eigentlich eine Fürsorgepflicht für ihre Einwohner habe, meinte Juretzko. Parallelen sehe er beim Hähnchenschlachthof in Wietze. Er vermute, dass einige Kommunalpolitiker inzwischen nicht mehr hinter den Plänen stünden. Juretzko kündigte an, am heutigen Montag zusammen mit Claus Friedrich Schrader von den Grünen das Bürgerbegehren im Rathaus Wietze auf den Weg zu bringen.

Er frage sich, ob eine Gemeinde Dinge entscheiden könne, deren Auswirkungen weit über die Region hinausgingen. Den Hähnchenschlachthof über das Baurecht zu stoppen halte er für aussichtslos. „Große Unternehmen beantworten solche Fragen, bevor sie überhaupt gestellt sind.“ Nach Juretzkos Ansicht wird es durch die 100 bis 150 Mastställe zu einem Strukturwandel kommen, der Verhältnisse wie im Emsland mit sich bringt. Die Frage der Entsorgung sei nicht geregelt. Auch werde es zur Folge haben, dass es freilaufenden Geflügel aus Gründen der Geflügelpest im Landkreis nicht mehr geben werde. Die Arbeitsplätze zu Niedrig- und Billiglöhnen würden überwiegend von Menschen aus Weißrussland oder der Ukraine besetzt werden.

Rund 40 Mitglieder hat die Linke inzwischen in den drei Gemeinden Winsen, Wietze und Hambühren. „Wir sind keine linken Spinner, sondern waren früher gestandene Sozialdemokraten, die bei ihrer Auffassung geblieben sind“, stellte Juretzko denn auch klar.

Von Joachim Gries